Kokain-Prozess Friedman ist dankbar für den Skandal

Auferstanden aus Ruinen: Michel Friedman definiert seine Verurteilung wegen Kokain-Konsums zur Notbremse um und sieht seine Glaubwürdigkeit „gestärkt“.


 Talkmaster Friedman: "Untergegangen in mir"
DPA

Talkmaster Friedman: "Untergegangen in mir"

Berlin - Friedman zeigt sich nach dem Drogen-Skandal geläutert. In gewisser Weise sei er sogar dankbar dafür, sagte er in einem Interview der "Welt am Sonntag". Ohne den Skandal hätte er keine Zukunft gehabt.

Sein Leben sei wie das einer hoch konzentrierten Maschine gewesen - "in vier bis fünf Städten, zwei bis drei Ländern pro Tag", sagte der Talkmaster und ehemalige Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er sei stolz auf seine Arbeit gewesen, aber selbst dabei ein Stück auf der Strecke geblieben.

"Sie können nicht auf Dauer implodieren und weiterleben. Ich wäre krank geworden. Ich war ja, wenn sie so wollen, krank. Ich wäre untergegangen in mir", sagte er dem Blatt zu seinem Kokainkonsum.

Friedman ist gerade beim Aufbau-Verlag als Herausgeber eingestellt worden. Über ein künftiges Engagement beim Fernsehen und in der jüdischen Gemeinde hielt er sich bedeckt.

Ab Anfang des kommenden Jahres wolle er für zwei Zeitschriften Kolumnen schreiben. An Glaubwürdigkeit hat er seiner Meinung nach nicht verloren. "Glaubwürdigkeit in der Krise zu beweisen, stärkt und schwächt nicht", betonte er.



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