Kongo: Weitere Explosionen in Brazzaville

Die kongolesische Hauptstadt Brazzaville ist am Tag nach der verheerenden Explosionsserie von weiteren Detonationen erschüttert worden. Ursache für die Katastrophe in einem Munitionslager war einem Regierungssprecher zufolge ein Kurzschluss.

Brazzaville: Trümmer, Verletzte und weitere Detonationen
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AP

Brazzaville - Die Menschen in Brazzaville kommen nicht zur Ruhe: Einen Tag nach der tödlichen Explosionsserie in einem Munitionslager ist die kongolesische Hauptstadt von weiteren Detonationen erschüttert worden. Feuerwehrleute konnten den größten Brandherd im Norden der Stadt unter Kontrolle bringen, kämpften am Montag jedoch gegen mehrere kleinere Feuer, die immer noch loderten.

Unterdessen versammelte sich eine große Menschenmenge vor einem örtlichen Leichenschauhaus. Dies hat übereinstimmend mit einem Krankenhaus mindestens 213 Todesopfer gezählt. Der Radiosender Okapi aus dem Nachbarland Demokratische Republik Kongo berichtete, bisher seien 146 Opfer gezählt worden.

Am Sonntag ereignete sich in dem Munitionslager eine ganze Serie von Explosionen. Häuser, Gebäude und Kirchen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Zahlreiche Menschen wurden unter Trümmerhaufen begraben. Nach panikartigen Reaktionen auf die enormen Detonationen und Zerstörungen hatte Verteidigungsminister Charles Zacharie Bowao am Sonntag die Bevölkerung der Hauptstadt zur Ruhe aufgeordert. Überall in Brazzaville waren Armeeposten errichtet worden. Selbst im nahen Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, seien die Detonationen zu hören gewesen.

Nach ersten Erkenntnissen löste ein Kurzschluss die Katastrophe aus, wie Regierungssprecher Bienvenu Okiemy in der Hauptstadt mitteilte. Dem Sprecher zufolge waren große Mengen an Munition in den östlichen Stadtteil Mpila gebracht worden, um unbrauchbar gemacht zu werden.

Der nationalen Nachrichtenagentur zufolge suchten Rettungskräfte auch 24 Stunden nach der Katastrophe in den Trümmern der zerstörten Häuser in den Stadtteilen Mpila and Talangai nach Vermissten.

Die Krankenhäuser der Stadt waren Medienberichten zufolge völlig überlastet. Die Regierung des Landes bat um internationale Hilfe. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kondolierte in einem Schreiben an Präsident Sassou-Nguesso den Familien der Opfer und bot Hilfe an. Auch Großbritanniens Regierung drückte ihr Mitgefühl aus.

siu/dapd/dpa

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