Ostkongo Zwei Briten im Virunga-Nationalpark wieder frei

Zwei Briten, die nahe des Virunga-Nationalpark im Ostkongo entführt wurden, sind wieder frei. Eine Rangerin kam bei dem Angriff auf die beiden ums Leben.

Ranger im Virunga-Nationalpark
AFP

Ranger im Virunga-Nationalpark


Erst am Freitag waren sie gekidnappt worden, nun sind zwei britische Touristen, die auf dem Rückweg vom Gorillawandern im Osten der Demokratischen Republik Kongo verschleppt wurden, wieder frei.

Außenminister Boris Johnson teilte mit, er sei froh, die Freilassung der beiden britischen Staatsbürger bekannt geben zu können. Seine Gedanken seien bei der Familie der Rangerin Rachel Makissa Baraka, die die Kidnapper bei dem Überfall getötet hatten, und beim verletzten Fahrer.

Johnson bedankte sich bei den Behörden des Kongo und dem Institut für Naturschutz für ihre Unterstützung in dem Fall. Wie die Freilassung zustande kam, und ob das geforderte Lösegeld von angeblich 200.000 US-Dollar bezahlte wurde, sagte Johnson nicht.

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Ranger im Kongo: Einsatz für den Berggorilla

Wie die Nachrichtenagentur AP erfuhr, war die Gruppe am Freitagmorgen auf dem Rückweg vom Park und nur zehn Kilometer von der Stadt Goma am Kivusee entfernt angegriffen worden. Sowohl Mai-Mai-Milizen als auch Kämpfer der Allied Democratic Forces (ADF) wurden dafür verantwortlich gemacht. In den ostkongolesischen Unruheregionen Nord- und Südkivu, in denen der Park und die Großstadt Goma liegen, operieren mehr als 120 unterschiedliche bewaffnete Gruppen, von denen sich viele mit Überfällen, Straßensperren und Entführungen über Wasser halten.

Der Virunga-Nationalpark, in dessen Nähe die Gruppe entführt wurde, ist vor allem für seine vom Aussterben bedrohten Berggorillas berühmt. Für Ranger gilt das Schutzgebiet als sehr gefährlicher Arbeitsplätz. Seit Gründung des Parks Anfang des 20. Jahrhunderts starben dort 175 Ranger im Dienst für die Natur.

In den vergangenen Wochen gab es laut der britischen Zeitung "The Guardian" mehrere Entführungen und gewaltsame Zusammenstöße zwischen Mitgliedern der sogenannten Mai-Mai-Miliz und Sicherheitskräften. Den Mai Mai wird unter anderem die Ermordung von sechs Parkrangern im vergangenen Monat vorgeworfen.

cht



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