Rom - Die Wahl des neuen Papstes beginnt am 12. März. Dann sollen 115 Kardinäle festlegen, wer Benedikt XVI. im höchsten Amt der katholischen Kirche nachfolgt. Das teilte der Vatikan mit. Demnach feiern die Kardinäle am Dienstagvormittag zunächst eine Messe im Petersdom, nachmittags beginnen sie das Konklave in der Sixtinischen Kapelle.
Wie lange die Wahl dauert, ist offen. Eine zeitliche Begrenzung der Wahlversammlung gibt es nicht. Jeden Tag finden mehrere Wahlgänge statt, bis eine Zweidrittelmehrheit für einen Kandidaten zustande kommt. Nach der Auszählung der Stimmen werden die Wahlzettel unter der Beifügung von Chemikalien verbrannt. Schwarzer Rauch signalisiert der Außenwelt, dass noch kein neuer Papst gefunden ist. Weißer Rauch bedeutet: Der neue Pontifex ist gewählt.
Wahlberechtigt sind alle Kardinäle der römisch-katholischen Kirche, die vor dem Beginn der Sedisvakanz ("leerer Stuhl Petri") ihr 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Pontifikat von Benedikt XVI. endete am 28. Februar um 20 Uhr. Der 85-Jährige hält sich derzeit in der Sommerresidenz Castel Gandolfo auf. In knapp zwei Monaten will er ins ins ehemalige Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan umziehen.
Die Kardinäle hatten sich bei der Vorbereitung des Konklaves Zeit gelassen. Fünf Tage lang tauschten sie sich über die Lage der katholischen Weltkirche, ihre Krisen und die Herausforderungen der Zukunft aus. Mehr als 100 Kardinäle hatten sich während der Sitzungen im Laufe der Woche zu Wort gemeldet.
In Rom herrschen derzeit die Gerüchte. Täglich wird in den Medien über Favoriten und Allianzen spekuliert. So suchten angeblich nordamerikanische Kardinäle die Unterstützung ihrer afrikanischen und südamerikanischen Kollegen, um einen weiteren europäischen Papst zu verhindern.
"Für die Zukunft der Kirchen brauchen wir eine klare Kommandokette", sagte Erzbischof Donald William Wuerl aus Washington. "Noch gibt es keine eindeutige Auswahl bei den Kandidaten." Dieses Konklave werde nicht kurz sein, die Kirche brauche auch neuen Schwung bei der Verkündung des Evangeliums, so Wuerl.
Die italienische Fraktion soll hingegen auf eine rasche Wahl gedrängt haben. Der von Benedikt geschätzte Mailänder Erzbischof Angelo Scola gilt als einer der Favoriten. Er gilt als "Rom-fern" und könnte so die Rückendeckung auch amerikanischer, osteuropäischer und deutscher Kardinäle haben, spekulierte "La Stampa". Auch der brasilianische Kardinal Odilo Pedro Scherer wurde zuletzt häufig als aussichtsreicher Kandidat genannt.
hut/ulz/wit/dpa/AFP
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