Philippinen: Kreuzfahrtschiff treibt nach Brand antriebslos im Meer

Erneut befindet sich ein Luxusliner in Seenot: Vor der Küste Borneos ist im Maschinenraum eines Kreuzfahrtschiffes ein Feuer ausgebrochen. Nun treibt die "Azamara Quest" mit rund 600 Touristen an Bord manövrierunfähig auf der Sulu-See.

Kreuzfahrtschiff "Azamara Quest" (Archivfoto): Brand an Bord Zur Großansicht
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Kreuzfahrtschiff "Azamara Quest" (Archivfoto): Brand an Bord

Hamburg - Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 600 Touristen an Bord ist vor der Küste der Philippinen in Seenot geraten. Die "Azamara Quest" treibt nach Angaben der Regierung in Manila manövrierunfähig auf der Sulu-See. Zuvor war im Maschinenraum des Schiffs ein Feuer ausgebrochen, das die Motoren lahmlegte.

Mitglieder der Crew hatten den Brand schnell löschen können, fünf Personen erlitten dabei eine Rauchvergiftung. Eines der Besatzungsmitglieder befinde sich in kritischem Zustand und müsse in einem Krankenhaus behandelt werden, teilte die in Malta ansässige Reederei Azamara Club Cruises mit. Von den Passagieren - zum Großteil Europäer und Amerikaner - sei bei dem Brand keiner verletzt worden.

Nach dem Brand sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen. Erst nach Stunden konnten die Klimaanlagen und die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. Die Stimmung unter den Passagieren sei aber ruhig, heißt es in der Mitteilung der Reederei. Die Arbeiten an der Maschine dauerten noch an.

So wie es aussieht, wird die "Azamara Quest" aus eigener Kraft weiterfahren können. Wann es dazu kommt, ist allerdings unklar. Momentan treibt das Kreuzfahrtschiff rund 200 Seemeilen vor der Küste von Balikpapan auf der Insel Borneo im Indonesischen Archipel. Sobald es wieder fahrtüchtig ist, soll es den Hafen Sandakan in Malaysia an der Nordspitze von Borneo ansteuern. Das Fünf-Sterne-Schiff hatte Hongkong am 26. März verlassen und war nach einem Stopp in Manila auf den Philippinen auf einem großen Südostasien-Trip unterwegs nach Singapur.

Das Unternehmen Azamara Club Cruises gehört zur Reederei Royal Caribbean Cruises. Der Vorfall an Bord der "Azamara Quest" war der bislang letzte in diesem Jahr an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Im Januar lief vor Italien die "Costa Concordia" auf Grund, dabei kamen 32 Menschen ums Leben. Vor rund einem Monat war an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Costa Allegra" ein Feuer ausgebrochen und hatte das Schiff in Piraten-Gewässern manövrierunfähig gemacht.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die "Costa Concordia" und die "Costa Allegra" gehörten zur Reederei Royal Caribbean Cruises. Die Nachrichtenagentur dapd hat dies mittlerweile berichtigt. Die "Costa Concordia" und die "Costa Allegra" fahren nicht für Royal Caribbean Cruises, sondern für Carnival Corp.

irb/dapd/afp/dpa

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