NSU-Ermittlungen Das Kreuz mit den Neonazis

Ein überdimensionales Holzkreuz in Flammen, die Zündler huldigen Hitler: Fotos belegen, dass Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und der inhaftierte Ralf Wohlleben an Kreuzverbrennungen in Ku-Klux-Klan-Manier teilnahmen. Was hat es damit auf sich?

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Neonazis in der Nähe von Jena: "Ich habe keine Hitler- oder Kühnen-Grüße gemacht"

Neonazis in der Nähe von Jena: "Ich habe keine Hitler- oder Kühnen-Grüße gemacht"


Ein riesiges Holzkreuz in Flammen erleuchtet die finstere Nacht. Neonazis stehen davor, sie johlen, trinken Bier, erheben die Hand zum Hitlergruß oder salutieren mit dem sogenannten Kühnen-Gruß, einer Abwandlung des Hitlergrußes, bei dem zum ausgestreckten Arm Daumen, Zeige- und Mittelfinger abgespreizt werden. Die Stimmung ist ausgelassen. Im nächtlichen Wind flattert die Reichsflagge. Jemand macht Fotos.

Die Meute posiert, Arm in Arm. Mit auf den Bildern: der spätere Rechtsterrorist Uwe Böhnhardt und der derzeit inhaftierte Ralf Wohlleben, der als Unterstützer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) gilt. Auf einem anderen Foto lächelt Beate Zschäpe in die Kamera.

Im Juni 1996 wurden die Fotos bei Beate Zschäpe beschlagnahmt. Auf der Wache wurde sie zu der Verbrennung in Ku-Klux-Klan-Manier befragt - und verpfiff prompt 18 Kameraden. Sie schrieb die Namen mit Kugelschreiber an den Rand der Bilder. Der MDR zeigt die komplette Serie im "Thüringen Journal" am Samstag um 19 Uhr. In der Vernehmung sagte Zschäpe auch, dass eine Kreuzverbrennung in Tschechien stattgefunden habe, betonte aber, sie habe sich nicht strafbar gemacht. "Ich habe keine Hitler- oder Kühnen-Grüße gemacht."

Interessant bei den Aufnahmen: Auch der damalige Leiter des "Winzerclubs", ein umstrittener Jugendtreff in Jena-Winzerla, der als Treffpunkt der Neonazis galt, ist bei der Verbrennung dabei.

Die in Flammen gesetzten Kreuze erinnern an den Ku-Klux-Klan, den rassistischen Geheimbund aus den amerikanischen Südstaaten. Deutsche Neonazis sollen einen deutschen Ableger gegründet haben - darunter Thomas R., der auch V-Mann des Bundesverfassungsschutzes gewesen sein soll. Sein Deckname: "Corelli".

Mit fünf anderen Neonazis soll er Anfang der neunziger Jahre den European White Knights of the Ku Klux Klan (EWK KKK) gegründet haben. In der Satzung steht laut Ermittlungsakten: "Wir glauben weder an die Mehr- oder Minderwertigkeit bestimmter Rassen, sehen aber keinerlei Veranlassung uns im Rahmen der Neuen Weltordnung in einem Schmelztiegel der Kulturen aufzulösen."

"Für den Erhalt weißer Europäer"

Alle könnten sich um eine Aufnahme bewerben, so ist es in den Akten dokumentiert, außer diejenigen, die "nicht weißer Hautfarbe sind oder jüdische Vorfahren besitzen". Oberstes Gebot: "Die European White Knights stehen für den Erhalt der Völker der Welt sowie Völkerverständigung, lehnen aber Rassenvermischung strikt ab!" Die Zukunft gehöre den "weißen Europäern".

Dem EWK KKK gehörten auch zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg an, die 2005 bei der Bereitschaftspolizei Böblingen im Dienst waren - zeitgleich mit Michèle Kiesewetter, die 2007 mutmaßlich von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Heilbronn erschossen wurde. Laut Untersuchungsbericht des baden-württembergischen Innenministeriums war einer der Polizisten zudem schwerpunktmäßig an Einsätzen mit "rechtem Hintergrund" beteiligt.

Auch in Johanngeorgenstadt im Erzgebirge brannten 1996 Kreuze. Daran sollen Mandy S., André E. und Matthias D., Anführer der "Brigade Ost" in Johanngeorgenstadt, teilgenommen haben. Alle stehen heute im Verdacht, NSU-Helfer gewesen zu sein. Vier Jahre später gründeten sie die Weiße Bruderschaft Erzgebirge (WBE). Ihr Ziel: "Die Reinheit der wundervollsten Rasse", wie es in der Vereinspostille "The Aryan Law and Order" ein anonymer Autor formulierte.

Tschechische Polizeibeamte sollen ihre deutschen Kollegen darauf aufmerksam gemacht haben, dass ein fünf Meter hohes Holzkreuz "auf einem Berg bei Johanngeorgenstadt" lichterloh brannte, so dass man es weit über die Grenze hinaus erkennen konnte.

Warum verbrennen Neonazis das Holzkreuz? Handelt es sich dabei um eine Adaption eines Rituals des Ku-Klux-Klans?

Dort ist es üblich, dass sich die Mitglieder, gekleidet in bodenlange Roben, Kapuzen auf dem Kopf, in einem Kreis um das brennende Kreuz formieren. Sie breiten die Arme aus, angeblich um ihren Glauben an Gott zu bekräftigen. Das Kreuz symbolisiert das Licht von Jesus Christus, das die Dunkelheit zurückdrängen soll.

"Die lernen von der RAF"

Wer innerhalb des Klans nicht pariert, kann mit einem sogenannten Warnkreuz penetriert werden, das ihm andere Mitglieder in den Vorgarten stellen. Es ist als Drohung, Einschüchterung, Warnung zu verstehen. Beim Ku-Klux-Klan spielt die Religion eine große Rolle. Die traditionellen Gruppierungen lehnen nationalsozialistische Symbolik allerdings ab.

Bislang ist unklar, welche Bedeutung die Kreuzverbrennung in der rechten Szene hat. Mitte der neunziger Jahre, als die Aufnahme vom brennenden Kreuz entstanden sein muss, radikalisierten sich Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Sie randalierten in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald, hängten eine lebensgroße, ausgestopfte Puppe an eine Autobahnbrücke bei Jena, auf die Brust der Puppe hefteten sie einen Davidstern. Im Gegensatz zum bundesweiten Trend stieg die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten in Thüringen dramatisch an: von 478 Fällen (1994) auf 733 und 939 in den Jahren 1995 und 1996.

In Altenburg, einer ehemaligen Residenzstadt im Osten Thüringens, tauchte in jener Zeit ein Flugblatt von "Blood & Honour" auf, das zum Mord von sieben Personen aufrief, darunter sechs stadtbekannte linke Aktivisten und der damalige Oberbürgermeister Johannes Ungvari (CDU), der als "korrupte Judensau" bezeichnet wurde.

"Seit eineinhalb Jahren hat sich in Thüringen ein rechtsextremer Kern etabliert, dessen Logistik, bundesweite Vernetzung und intellektuelle Führung früheren Strukturen deutlich überlegen ist", wurde Thüringens Innenminister Richard Dewes 1997 im SPIEGEL zitiert. Der Staat müsse sich auf Terroranschläge aus der Neonazi-Szene vorbereiten, warnte der SPD-Politiker. "Die lernen von der RAF", sagte damals der Chef des Thüringer Landeskriminalamtes, Uwe Kranz.

Aussagen, an die sich der damalige Innenminister bei der Befragung vor dem Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss vergangene Woche nicht mehr erinnern konnte.

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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
mr_supersonic 22.09.2012
1. Sarkasmus
Zitat von sysopEin überdimensionales Holzkreuz in Flammen, die Zündler huldigen Hitler: Fotos belegen, dass Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und der inhaftierte Ralf Wohlleben an Kreuzverbrennungen in Ku-Klux-Klan-Manier teilnahmen. Was hat es damit auf sich? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,857284,00.html
Ach so schlimm ist das doch nicht, die paar Typen. Haben wir doch alle mal gemacht. Einfach nicht drüber schreiben, dann gibs das auch nicht. Naja, und die paar Toten, wer weiss, könnten ja Ausserirdische gewesen sein oder wie die Polizei schon vermutet hat Anschläge aus dem Ausland sein. Ja genau, das waren gar keine Leute von hier sondern Agenten aus dem Ausland um deutsche Sicherheitsbehörden zu destabilisieren..... PS: Neonazis zünden gerne Dinge an, vielleicht sollte man mal bei der Feuerwehr suchen, da gibts ja auch manchmal Leute die irgendwas anzünden damit sie was zu tun haben....
converter 22.09.2012
2. Satanistische Symbole - Kultrituale
Was es damit auf sich hat, liegt auf der Hand. Das Abspreizen von Zeige- und Mittelfinger ist ein satanistischer Gruß. Das Verbrennen eines Holzkreuzes wird von Sekten aber auch von Logen und Satanisten praktiziert. An die Autorin des Artikels: Personen, die das tun, huldigen nicht Jesus sondern Satan bzw. Luzifer, der Hüter des Lichtes. Das hat nichts mit Gott zu tun. Das "Penetrieren" mit einem Kreuz oder sonstige abartige Handlungen dienen zur Initiation (Einführung und Demütigung) von neuen "Mitgliedern". Auch das Tragen von bodenlangen Roben, ist ein eindeutiges Zeichen, daß es sich um eine satanistische Loge handelt. Die Vermischung von rechtsradikalistischem Gedankengut und Satanismus ist extrem gefährlich. Dies muss unbedingt gestoppt werden! Jedem muss bewusst sein, daß satanistische Logen Blutopfer praktizieren (Tiere und Menschen) und rituelle Vergewaltigungen (auch von Kindern).
spiritof81 22.09.2012
3.
Zitat von sysopEin überdimensionales Holzkreuz in Flammen, die Zündler huldigen Hitler: Fotos belegen, dass Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und der inhaftierte Ralf Wohlleben an Kreuzverbrennungen in Ku-Klux-Klan-Manier teilnahmen. Was hat es damit auf sich? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,857284,00.html
Wie tief wurde eigentlich für das Foto in der Mottenkiste gekramt? Die Zeiten, in denen sich Rechtsradikale als Skinheads verkleideten und das gar mit punkigen Clorix/Domestos-Jeans sind längst passe.
spon-facebook-10000051328 22.09.2012
4. Keine Lust auuf Recherche?
Zitat von sysopEin überdimensionales Holzkreuz in Flammen, die Zündler huldigen Hitler: Fotos belegen, dass Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und der inhaftierte Ralf Wohlleben an Kreuzverbrennungen in Ku-Klux-Klan-Manier teilnahmen. Was hat es damit auf sich? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,857284,00.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Heimattreue_Deutsche_Jugend steht doch sogar schon im Wiki was es mit so etwas auf sich hat. https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeingermanische_Runen Ein Kreuz muss nicht zwangsläufig christlich sein oder vom Clan. Mit Verboten und Gesetzen bekommt man die ncht weg, das ginge nur über eine sozial gerechtere Wirtschafts und Lebensweise, die ist aber nicht gewollt und diese Gruppen werden ferngesteuert die nützlichen Idioten spielen für die Rolle die ihnen zugedacht ist. So ähnlich wie bei extremen Islamisten.
Atheist_Crusader 22.09.2012
5.
Zitat von sysopEin überdimensionales Holzkreuz in Flammen, die Zündler huldigen Hitler: Fotos belegen, dass Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und der inhaftierte Ralf Wohlleben an Kreuzverbrennungen in Ku-Klux-Klan-Manier teilnahmen. Was hat es damit auf sich? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,857284,00.html
Dass sie zu blöd sind um sich eigene Symbole zu überlegen, und deswegen die Amis kopieren müssen?
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