Flugzeugunglück in Kuba Fluglinie gibt Piloten die Schuld am Absturz

Mehr als hundert Menschen starben im Mai bei einem Flugzeugabsturz in Kuba. Die mexikanische Fluggesellschaft Damojh geht von einem Pilotenfehler aus - das will die Luftfahrtbehörde jedoch nicht bestätigen.

Abgestürzte Maschine in Kuba (Archiv)
DPA

Abgestürzte Maschine in Kuba (Archiv)


Zwei Monate nach einem Flugzeugabsturz mit 112 Toten auf Kuba hat die Fluggesellschaft die Piloten für das Unglück verantwortlich gemacht. Das habe eine Auswertung der Flugschreiber der Boeing 737 durch ein internationales Expertenteam ergeben, teilte das mexikanische Unternehmen Damojh mit. Die Maschine sei in einem zu steilen Winkel gestartet, weshalb sie zu wenig Auftrieb gehabt habe und abgestürzt sei.

Mexikos Luftfahrtbehörde sagte dagegen, die Unglücksursache sei weiter ungeklärt, da die Untersuchung der zuständigen Stellen auf Kuba noch andauere. Zuvor hatte es auch Vorwürfe gegen Damojh selbst gegeben, die das Unternehmen zurückweist.

Die Regierung Kubas warnte vor Spekulationen. Jegliche Behauptung über die möglichen Ursachen des Absturzes seien zu voreilig. Die zuständige Kommission müsse verschiedene Faktoren des Unglücks untersuchen.

Flugsperre gegen Damojh

Die Maschine war am 18. Mai nach dem Start in Havanna zerschellt. 110 von 113 Menschen starben an der Absturzstelle, zwei Überlebende erlagen später ihren Verletzungen. Die Airline Cubana hatte die fast 40 Jahre alte Boeing für den Inlandsflug von Damojh gechartert.

Mexikos Luftverkehrsbehörde verhängte für die Dauer der Ursachensuche eine Flugsperre gegen das Unternehmen mit einer Flotte von drei Maschinen. Diese dauerte 27 Tage, wie das Unternehmen nun mitteilte. Es seien alle erforderlichen Maßnahmen unternommen worden, um die Einhaltung der Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Die Sperre entbehre jeder Grundlage und sei illegal, warf Damojh der Behörde vor. Sie sei von Rechtsstreitigkeiten mit früheren Angestellten beeinflusst. Nach der Tragödie hatte unter anderem ein früherer Pilot die Firma schwerer Vernachlässigungen bei der Wartung bezichtigt.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, bei dem Unglück seien insgesamt 111 Menschen gestorben. Wir haben die Zahl der Todesopfer korrigiert.

wit/dpa/AFP



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