Empörung in Kasachstan: Kuwait ehrt Sportlerin mit "Borat"-Song

Peinlicher geht's kaum: Zu Ehren einer kasachischen Sportschützin ertönte bei der Siegerehrung auf einem Turnier in Kuwait nicht ihre Nationalhymne - sondern die bitterböse Parodie aus dem Kinofilm "Borat". Die Sportlerin ließ sich nichts anmerken.

Sacha Baron Cohen als "Borat": Kasachstan als hinterwäldlerisch und bigott verulkt Zur Großansicht
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Sacha Baron Cohen als "Borat": Kasachstan als hinterwäldlerisch und bigott verulkt

"Die Prostituierten in Kasachstan sind die saubersten in der Region, außer natürlich denen in Turkmenistan." Solche Schmähungen ihres Heimatlandes musste sich die kasachische Sportschützin Maria Dimitrienko anhören, als sie bei einem Turnier in Kuwait ihre Goldmedaille verliehen bekam. Die Veranstalter hatten versehentlich die Parodie der Nationalhymne aus der Filmkomödie "Borat" aus dem Internet heruntergeladen, sagte der Trainer. Darin verulkt der britische Komiker Sacha Baron Cohen Kasachstan als hinterwäldlerisch und bigott.

Eigentlich hätte das Lied mit den Worten "Im Himmel die goldene Sonne" beginnen sollen. Stattdessen schallte aus den Lautsprechern: "Kasachstan ist das größte Land der Welt. Alle anderen Länder werden von kleinen Mädchen regiert." Dimitrienko trug die Panne offenbar mit Fassung: Aufnahmen zeigen sie, wie sie bei der Siegerehrung während der Arabischen Meisterschaften der Sportschützen am Donnerstag auf dem Podium steht - und sich die vermeintliche Hymne anhört, ohne die Miene zu verziehen. Als der Song vorüber ist, lächelte sie amüsiert.

Auf offizieller Ebene blieb man weniger gelassen: Der Vorfall sei ein Skandal, der eine genaue Untersuchung erfordere, sagte Außenamtssprecher Iljas Omarow der Nachrichtenagentur ITAR-Tass. Der Präsident der asiatischen Sportschützenvereinigung machte den externen Veranstalter für den Fehler verantwortlich.

Siegerehrung mit richtiger Hymne

Dimitrienkos Trainer Anvar Junnusmetow schilderte den Vorfall so: "Dann war Maria Dimitrienko dran. Sie stieg auf das Podest, und sie spielten eine völlig andere Hymne, ein Lied, das eine Beleidigung für Kasachstan ist", sagte er der kasachischen Nachrichtenagentur Tengrinews.

Die Siegerehrung wurde, nachdem sich die Veranstalter sichtlich beschämt für den Vorfall entschuldigt hatten, mit der richtigen Version wiederholt. Sie hatten auch eine falsche serbische Nationalhymne gespielt. Das kasachische Außenministerium will den Fall untersuchen, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Der Kinofilm "Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen" von 2006 hatte in Kasachstan eine derartige Entrüstung hervorgerufen, dass er in dem zentralasiatischen Land verboten wurde.

son/dpa/AP/sid

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