Landplage in Miami: Jagd auf Riesenschnecken

Miami: Hunde sollen Schneckeninvasion eindämmen Fotos
REUTERS

Sie werden so groß wie Ratten und beschädigen mit ihrer Fresserei sogar Häuser: Florida kämpft mit Riesenschnecken aus Afrika. Millionen Dollar wurden schon zur Eindämmung der Plage ausgegeben - tierische Helfer sollen nun bei der Suche nach den Schädlingen helfen.

Miami - Der Gegner ist langsam, aber unerbittlich: Afrikanische Riesenschnecken verursachen im Großraum Miami riesige Schäden. Jetzt wollen die Behörden in Florida eine neue Waffe im Kampf gegen die Plage einsetzen: speziell auf den Geruch der Schnecken abgerichtete Spürhunde.

Vor etwa zwei Jahren hatte ein Hausbesitzer die Schnecken erstmals gesichtet und den Behörden gemeldet. Möglicherweise wurden die Tiere von einer religiösen Gruppe eingeführt, die sie für spirituelle Zeremonien verwendet. Inzwischen haben sich die Tiere im ganzen Großraum Miami verbreitet. Die Bedingungen sind ideal: Das Klima passt, und es gibt keine natürlichen Feinde.

Die Schnecken sind keinesfalls harmlos: Sie tragen Parasiten, die bei Menschen unter anderem Hirnhautentzündung auslösen können. Die Tiere werden teilweise so groß wie Ratten, vertilgen Pflanzen und können in großen Gruppen selbst Gebäude beschädigen, indem sie Baumaterial fressen, um Kalzium für ihre Schneckenhäuser zu gewinnen.

Bislang wurden 128.000 Schnecken eingesammelt. "Wir sehen in Florida viele seltsame Dinge, aber dies steht ganz oben auf der Liste", sagte Adam Putnam, in dem US-Bundesstaat zuständiger Behördenvertreter für Landwirtschaft. "Es handelt sich um eine ernste Plage." Es seien schon sechs Millionen Dollar im Kampf gegen die Schnecken ausgegeben worden.

Regelmäßig machen sich 45 Personen auf die Schneckenjagd. Und nun sollen sie Unterstützung von einem Labrador-Retriever bekommen. Der erste vierbeinige Schneckenjäger ist ein schwarzer Hund namens Bear. Er hat ein dreimonatiges Training absolviert; bald sollen ihm zwei weitere Hunde in den Einsatz folgen.

Die Behörden glauben immerhin, die Plage auf die Region Miami begrenzt zu haben. Zudem ist die Zahl der Schneckenfunde gesunken. Im vergangenen Jahr seien um diese Zeit wöchentlich etwa tausend Exemplare aufgegriffen worden - nun nur noch 200 bis 300.

ulz/Reuters

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