1977 entführte Lufthansa-Maschine Die "Landshut" ist gelandet

Das 1977 entführte Lufthansa-Flugzeug "Landshut" ist in die Bundesrepublik zurückgebracht worden. Die Boeing 737 wird nun restauriert und dann im Dornier-Museum in Friedrichshafen ausgestellt.

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Mehrere Tausend Menschen haben die Ankunft der vor 40 Jahren von Terroristen entführten Lufthansa-Maschine "Landshut" in Friedrichshafen verfolgt. Die seit 2008 nicht mehr flugfähige Boeing 737 wurde in Einzelteilen von einer Antonow 124 sowie einer Iljuschin 76 von Brasilien nach Deutschland gebracht. Die Maschine war im brasilianischen Fortaleza auf einem Flugzeugfriedhof abgestellt.

Künftig soll die "Landshut" im Dornier-Museum in Friedrichshafen besichtigt werden können. Für die Arbeiten zur Wiederherstellung der teils verrotteten Maschine haben Experten rund zwei Jahre veranschlagt.

Das Museum feiert die Ankunft mit einem Tag der offenen Tür. Unter anderem begrüßte der damalige Co-Pilot Jürgen Vietor die Landung. Er musste die Maschine im Oktober 1977 vom südjemenitischen Aden nach Mogadischu in Somalia fliegen, nachdem Flugkapitän Jürgen Schumann von den mit der Roten Armee Fraktion (RAF) verbündeten Entführern erschossen worden war. Im Mogadischu befreite die Spezialeinheit GSG 9 die Geiseln am 18. Oktober 1977.

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Rückkehr nach Deutschland: "Landshut" in Friedrichshafen

Nach der Entführung flog die Maschine noch bis 1985 im Liniendienst der Lufthansa. Anschließend wurde sie von zahlreichen weiteren Airlines genutzt, zuletzt von einer brasilianischen Fluggesellschaft.

Im Juli wurde bekannt, dass das Auswärtige Amt das ausgemusterte Flugzeug nach Deutschland zurückholen will. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnete die "Landshut" als "lebendiges Symbol einer freien Gesellschaft, die sich von Angst und Terror nicht unterkriegen lässt". Das Museumskonzept in Friedrichshafen sieht vor, die Entführung und Befreiung des Flugzeugs historisch zu beleuchten. Ab dem Herbst 2019 soll die Öffentlichkeit das restaurierte Flugzeug besichtigen können. Rund zehn Millionen Euro kosten Rückführung, Aufbereitung und Ausstellung des Flugzeugs. Das zahlt hauptsächlich der Bund.

Um die Entscheidung für Friedrichshafen gab es allerdings Streit. Die Stadt Flensburg warf dem Auswärtigen Amt vor, ein Versprechen für einen offenen Wettbewerb um den besten Standort gebrochen zu haben.

syd/AFP/dpa

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