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Riviera-Casino in Las Vegas: Ende Legende

Las Vegas: Schluss nach 60 Jahren Fotos
AFP

Das Spiel ist aus: Nach 60 Jahren am Strip von Las Vegas wurde das Riviera-Casino geschlossen. Einst reüssierten dort Frank Sinatra und Dolly Parton, zuletzt nur noch Glücksspiel-Schnäppchenjäger.

Noch einmal quetschten sich Besucher auf Barhocker, noch einmal saßen Spieler an einarmigen Banditen: Las Vegas hat Abschied vom Riviera-Casino genommen. 60 Jahre lang stand die so ikonische wie kitschige Spielbank am berühmten Las Vegas Strip, nun wurde sie geschlossen - Montagmittag war Schluss.

60 Jahre schafft kaum ein Gebäude im Stadtzentrum, zumindest keines, das mit Glücksspiel zu tun hat. Nur das oft renovierte Flamingo (eröffnet 1947) ist älter, das Tropicana (1957) feiert in zwei Jahren 60. Geburtstag.

"Das Unglaubliche an Las Vegas ist, wie schnell es sich vergisst, weil es sich immer wieder neu erfindet", sagte Jeff Kutash. Er hatte die Aqua-Show "Splash" ins Riviera gebracht, wo sie ab 1985 für 21 Jahre zu sehen war. Doch nichts konnte darüber hinwegtäuschen, dass das Casino seinen Glanz eingebüßt hatte. Seit 2011 machte es Verluste.

Ins Riviera ging man wegen der billigen Drinks oder eines Fotos mit der Bronzestatue der Crazy Girls aus der Oben-ohne-Revue - ein Absturz im Vergleich zum Glanz früherer Tage. Damals standen Liberace, Frank Sinatra, Engelbert Humperdinck, Tony Orlando und Dolly Parton auf der Bühne. Dean Martin war kurzzeitig Mitinhaber.

1995 wurde im Riviera der Film "Casino" mit Robert De Niro, Sharon Stone und Joe Pesci gedreht. Es kam auch im "Ocean's 11"-Original von 1960 und in "Hangover" vor.

Jetzt ist es nur noch ein Abrissobjekt. Es soll weichen, um das Kongresszentrum der Stadt bis an den Strip zu erweitern. Die Stadtentwicklungsagentur Las Vegas Convention and Visitors Authority, ein Zusammenschluss öffentlicher und privater Institutionen, kaufte das 2075-Zimmer-Casino und die gut zehn Hektar Land im Februar für rund 190 Millionen Dollar. Möbel und Innenausstattung sollen ab 14. Mai verkauft werden.

Kutash will den Abriss live mitverfolgen. "Und ich werde dabei wahrscheinlich ein Glas Champagner trinken." Das Riviera sei mehr als eine Erinnerung, "es ist Teil meiner DNA".

Am letzten Öffnungstag zählten Gäste und Angestellte gemeinsam die Sekunden bis zur Schließung herunter; Kellnerinnen versuchten ihr Glück an Spielautomaten. Kelly Hernandez arbeitete elf Jahre lang in dem Casino. Am Montagmittag ging sie ein letztes Mal mit ihren Kolleginnen Richtung Ausgang: "Es hat Spaß gemacht. Adieu Riviera."

ulz/AP

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