Alpen: Deutsche unter Lawinenopfern am Mont-Blanc-Massiv

Bei einem Lawinenunglück am Mont-Blanc-Massiv sind neun Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern sind drei Deutsche. Zwei Bergsteiger werden noch vermisst.

Hamburg - Die Zahl der Toten bei einem Lawinenunglück in den französischen Alpen ist auf neun gestiegen. Unter den Opfern sind drei Deutsche, wie die Präfektur von Chamonix mitteilte. Zwei weitere Bergsteiger werden demnach noch vermisst. Mindestens neun Menschen erlitten Verletzungen.

Am frühen Nachmittag bestätigte das Auswärtige Amt den Tod der drei Deutschen. Das deutsche Generalkonsulat in Lyon stehe mit den französischen Behörden in Kontakt, sagte eine Sprecherin. Die weiteren Todesopfer sind der Präfektur von Chamonix zufolge ein Schweizer, drei Briten und zwei Spanier.

Das Unglück hatte sich am frühen Morgen am Mont Maudit ereignet, einem mehr als 4400 Meter hohen Berg der Mont-Blanc-Gruppe. Nach Angaben der Präfektur hatte sich ein 40 Zentimeter dicker Eisblock gelöst und war den Hang hinabgerutscht, wodurch ein zwei Meter dickes und 50 Meter langes Schneebrett entstanden sei. Die Lawine soll zwei internationale Seilschaften mit insgesamt 28 Bergsteigern mitgerissen haben. Dabei waren die Bergsteiger gut ausgerüstet, betont der Bürgermeister von Chamonix, Eric Fournier. Auch professionelle Hochgebirgsführer waren bei der Tour dabei. Die Route sei eine der beliebtesten, um den Mont Blanc zu besteigen.

Nach Einschätzung des Colonel der Brigade Haute-Savoie, Bertrand Francois, könnte ein Bergsteiger die Lawine losgetreten und damit die Tragödie selbst entfesselt haben. "Der Hang ist an dieser Stelle wirklich sehr, sehr steil."

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Lawinenunglück: Tote in den französischen Alpen
Alarmiert wurden die Retter gegen 5.25 Uhr von einem der Verletzten. Die Behörden leiteten umgehend einen Großeinsatz ein. Die französische Gendarmerie durchkämmte mit Lawinensuchhunden den Unglücksort, zwei Helikopter spähten von der Luft aus nach den Verschütteten, zahlreiche freiwillige Helfer aus dem Tal schlossen sich der Suche an. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht.

Bergsteiger hatten bereits in den vergangenen Tagen von Schneebrettern berichtet. Vor fünf Tagen twitterten Kletterer über heftigen Regen in Chamonix, der in 3000 Metern Höhe zu Schnee wurde. Die örtlichen Behörden hatten Bergsteiger jüngst zur Vorsicht gemahnt, da das Frühjahr ungewöhnlich schneereich war und die Gefahr von Lawinen daher groß sei. Nach Angaben des Wetterdienstes Météo France gab es starke Winde in dem Gebiet.

Laut Behörden war es das schlimmste Unglück seit mehreren Jahren im Mont-Blanc-Massiv. Im August 2008 waren dort acht Bergsteiger durch eine Lawine getötet worden - vier Deutsche, drei Schweizer und ihr österreichischer Bergführer.

Der 4465 Meter hohe Mont Maudit liegt in der Mont-Blanc-Gruppe am Nordostgrat. Die Talorte für Besteigungen des Gipfels sind das französische Chamonix und Courmayeur in Italien. Die drei Berge Mont Blanc du Tacul, Mont Maudit und Mont Blanc sind als Ziel bei Alpinisten im Sommer sehr beliebt. Der Montblanc ist mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen.

siu/aar/dpa/dapd/AFP

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