Lawinenunglück in Lech Leiche von viertem deutschen Skiwanderer gefunden

Vier Tage nach einem schweren Lawinenunglück in Österreich ist der vierte deutsche Skiwanderer tot gefunden worden. Einsatzkräfte entdeckten ihn zweieinhalb Meter tief unter der Schneedecke.

Lawinenwarnung in Österreich
KERSTIN JOENSSON/ EPA-EFE/ REX

Lawinenwarnung in Österreich


Nach einem Lawinenabgang im österreichischen Lech vor vier Tagen haben Einsatzkräfte die Leiche des vierten vermissten deutschen Skiwanderers gefunden. Während einer großangelegten Suchaktion mit einer Lawinensonde sei der 28-Jährige tot in einer Tiefe von zweieinhalb Meter entdeckt worden, teilte die Landespolizeidirektion Vorarlberg mit.

Die Leichen der anderen drei Männer waren bereits kurz nach dem Unglück am Samstag geborgen worden. Die vier befreundeten Skifahrer aus Süddeutschland waren für eine Skitour nach Lech gereist und am Samstag den Angaben zufolge auf einer gesperrten Skiroute unterwegs.

Drei Männer im Alter von 32, 36 und 57 Jahren wurden noch am späten Samstagabend tot geborgen. Die Männer aus dem Raum Biberach in Baden-Württemberg trugen einen Lawinen-Airbag, der auch aufgegangen war. Dennoch wurden sie so tief unter den Schneemassen begraben, dass sie erstickten.

Die Suche nach dem vierten Deutschen musste wegen starker Schneefälle und Lawinengefahr zwischenzeitlich unterbrochen werden. Die Alpenregion war in jüngster Zeit von außergewöhnlich starken Schneefällen betroffen.

Unterdessen geht die Lawinengefahr in den Alpen zurück. Viele bislang gesperrte Straßen konnten in Österreich nach Angaben der Lawinenwarnzentrale wieder für den Verkehr freigegeben werden. So sollte die wichtige Fernpass-Route zwischen Deutschland und Österreich an diesem Nachmittag wieder aus allen Richtungen befahrbar sein.

Für Donnerstag rechneten die Experten verbreitet mit Lawinenwarnstufe drei (erhebliche Gefahr) auf der fünfstufigen Skala. Wintersportler sollten aber auch das sehr ernst nehmen, sagte Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts Tirol. "Denn gerade bei Lawinengefahrenstufe drei passieren die meisten Lawinenunglücke. Wer nicht ein absolut versierter Tourengeher oder Variantenfahrer ist, sollte deshalb bitte unbedingt auf den gesicherten Pisten bleiben!" Viele Skifahrer unterschätzten die Gefahr.

sen/AFP/dpa



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