Learjet-Absturz im Sauerland Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Warum kollidierte der Learjet mit dem "Eurofighter"? Nach dem Flugzeugabsturz bei einem Bundeswehrmanöver im Sauerland ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die Piloten zweier Kampfjets.


Olsberg - Nach dem Absturz eines Zivilflugzeugs bei einem Trainingsflug der Luftwaffe im Sauerland ermittelt die Staatsanwaltschaft routinemäßig wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Ein Sprecherin der Polizei in Meschede bestätigte, dass gegen die Piloten zweier Kampfjets ermittelt werde.

Am Montagmittag war aus bisher unbekannten Gründen ein Learjet mit zwei Personen bei einem Bundeswehrmanöver mit einem "Eurofighter" kollidiert und abgestürzt. Bei dem Zusammenstoß über dem kleinen Ort Elpe bei Olsberg in Nordrhein-Westfalen wurde ein Triebwerk des Learjet abgerissen. Dieses prallte auf eine Straße. Das Flugzeug selbst ging in Flammen auf und stürzte in etwa 90 Meter Entfernung von einem Wohnhaus ab.

Zum Zeitpunkt des Unglücks waren die Flugzeuge in rund zweieinhalb Kilometer Höhe über einem Waldstück geflogen. Beide sollen sich in einer Linkskurve befunden haben, als der Learjet die Militärmaschine touchierte, ins Trudeln geriet und abstürzte.

Bei den Insassen des Learjet handelt es sich laut Polizei um einen 43 und einen 50 Jahre alten Mann aus Schleswig-Holstein. Mindestens einer der beiden kam ums Leben. Die Suche nach dem zweiten Mann und nach weiteren Trümmerteilen soll am Dienstag fortgesetzt werden.

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Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: Learjet kollidierte mit "Eurofighter"

Die beiden "Eurofighter", von denen einer beschädigt wurde, kehrten zu Luftwaffenstützpunkten in Köln-Wahn und Nörvenich zurück. Beide Piloten der Bundeswehrjets seien sehr erfahren und hätten die Übung schon sehr oft gemacht, hatte ein Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 nach dem Vorfall mitgeteilt.

Es ist das erste Unglück dieser Art im deutschen Luftraum seit zehn Jahren, ähnliche Unglücke hatte es seit 1989 jedoch immer wieder gegeben. Der General Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sollen nun nach der Ursache des Unglücks suchen.

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gam/dpa



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