Lebenshaltungskosten Die teuersten Städte der Welt

Die gute Nachricht zuerst: Zu den teuersten Pflastern der Welt zählt keine deutsche Stadt. Zudem ist der Ort mit der weltweit höchsten Lebensqualität nicht gleichzeitig auch der Teuerste. Allerdings liegt er unter den Top 10. SPIEGEL ONLINE zeigt, wo man fürs Leben am tiefsten in die Tasche greifen muss.


London - Auf der Liste der teuersten Orte weltweit stehen, wie kann es auch anders sein, die üblichen Verdächtigen: Moskau, London, Hongkong. Die japanische Hauptstadt Tokio führt die diesjährige Liste der Städte mit den höchsten Lebenshaltungskosten an, auf den Plätzen zwei und drei folgen Moskau und Osaka. Hongkong, das im vergangenen Jahr noch den Spitzenplatz belegte, rutschte auf Platz vier, gefolgt von Peking und Genf, das damit sogar noch vor der britischen Hauptstadt lag. Unter den 50 teuersten Metropolen ist keine deutsche Stadt zu finden.

Straßenszene in Tokio: Ein Schuhputzer vertreibt sich das Warten auf den nächsten Kunden mit Lesen. Die japanische Hauptstadt ist die teuerste Stadt der Welt Moskau gehört seit jeher zu den teuersten Pflastern der Welt. Im Luxus-Kaufhaus GUM finden anspruchsvollste Kunden, was ihr Herz begehrt Osaka, die drittgrößte Metropole Japans, ist die drittteuerste Stadt der Welt
Hongkong hat in den vergangenen Woche schwer unter der Sars-Krise gelitten. Den Lebenshaltungskosten tat das keinen Abbruch Mit Livemusik wird das Einkaufen in Pekings neuestem Konsumtempel, dem World Shopping Center,  versüßt Genf wurde kürzlich auf der Liste der Städte mit der höchsten Lebensqualität ganz oben genannt. Für das Leben am Genfer See muss man entsprechend tief in die Taschen greifen
Die britische Hauptstadt London landete der Erhebung zufolge auf Platz 7 der weltweit teuersten Städte Im Einzugsgebiet von Seoul, der Hauptstadt Südkoreas, leben zwölf Millionen Menschen Zürich wurde jüngst zu der am lebenswertesten Stadt gewählt. Auf der Liste der teueresten Städte steht die Schweizer Metropole auf Platz 9.
New York fiel im Vergleich zum Vorjahr auf der Liste zurück. Experten erklären dies mit der Dollarschwäche Die kühnsten Bauprojekte, die modernsten Kaufhäuser, die freizügigsten Bars - Chinas Zukunft hat einen Namen: Shanghai. Und der hat eben seinen Preis. St. Petersburg, Russlands Fünf-Millionen-Metropole am Finnischen Meerbusen, hat im Vorfeld der 300-Jahr-Feiern ihre Juwelen geputzt: Dutzende Kunstdenkmäler aus der Zarenzeit wurden restauriert, darunter das berühmte Bernsteinzimmer, der Schlossplatz vor dem Winterpalast erstrahlt in frischen Farben, der Newski Prospekt ist neu gepflastert

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Die teuerste nordamerikanische Stadt ist New York, das Rang zehn belegt und damit sogar hinter Zürich liegt. Im Vergleich zum Vorjahr war es günstiger in US-Städten zu leben, hieß es in der Erhebung. In Europa machte dagegen der starke Euro das Leben teurer: Mailand, das im vergangenen Jahr noch auf Platz 63 zu finden war, liegt nun an 17. Stelle, Dublin stieg vom 73. auf den 21. Rang und Paris von Platz 74 auf 23. Wien belegt Rang 34 (77 im Vorjahr) und Rom Rang 41 (99).

Für die Studie wurden die Lebenshaltungskosten in 144 Ballungszentren weltweit untersucht. Am günstigsten lebt es sich demnach in Asuncion, der Hauptstadt von Paraguay. Auf dem zweit- und drittletzten Platz liegen Harare (Simbabwe) und das kolumbianische Bogota.

Erst kürzlich hatte das Unternehmen Mercer Human Resource Consulting die Städte mit der höchsten Lebensqualität ermittelt. Sieger war dabei Zürich gefolgt von Vancouver, Wien, Genf und Sydney. Auch die deutschen Metropolen schnitten im Vergleich gut ab: Frankfurt am Main teilte sich mit dem australischen Sydney Platz 5, München kam auf Platz 10 und Düsseldorf auf Platz 12. Berlin schaffte es an die 15. Stelle der Städte-Liste. Hamburg und Nürnberg teilen sich Platz 26. Für den Vergleich wurden die Städte nach 39 Kriterien bewertet, darunter politische, wirtschaftliche und soziale Faktoren. Bewertet wurden zudem Umwelteinflüsse, Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Transportwesen sowie Freizeitangebote.

Den Angaben zufolge waren die Orte mit der geringsten Lebensqualität weltweit Bagdad, Bangui in der Zentralafrikanischen Republik und Brazzaville (Kongo).



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