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Thailand: Paare mit Babys von Leihmüttern an Ausreise gehindert

Flughafen in Bangkok: Vier Paare wurden festgehalten, weil sie Babys von Leihmüttern dabei hatten Zur Großansicht
DPA

Flughafen in Bangkok: Vier Paare wurden festgehalten, weil sie Babys von Leihmüttern dabei hatten

Nach dem Streit um Baby Gammy will Thailand Leihmutterschaft verbieten. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet, doch vier Paare aus Australien und den USA wurden mit ihren Babys am Flughafen Bangkok festgehalten.

Canberra - Vier Paare aus Australien und den USA sitzen mit ihren von Leihmüttern ausgetragenen Säuglingen in Bangkok am Flughafen fest. Die thailändischen Behörden lassen sie nicht ausreisen. Das berichten übereinstimmend der australische Fernsehsender Australian Broadcasting Corporation (ABC) und die Nachrichtenagentur Reuters.

Bei den festgehaltenen Australiern handelt es sich laut ABC um zwei gleichgeschlechtliche Paare. Das eine habe zusammen mit der Leihmutter nach Australien fliegen wollen, um Probleme bei der Ausreise zu vermeiden - vergeblich.

Die Paare dürften das Land erst verlassen, wenn sie von einem thailändischen Richter das Sorgerecht zugesprochen bekommen, erklärte Sam Everingham, Vertreter der australischen Lobbygruppe Surrogacy Australia.

Nach dem Aufruhr um Baby Gammy hat die Militärjunta in Thailand am Mittwoch einem vorläufigen Gesetzentwurf zugestimmt, der kommerzielle Leihmutterschaft verbietet. Der Entwurf muss formal noch vom Parlament abgesegnet und von Thailands König Bhumibol verabschiedet werden. Die Junta hat alle demokratisch gewählten Institutionen aber schon im Mai aufgelöst. Wann das neue Gesetz in Kraft treten würde, ist noch unklar.

"Wie Leihmutterschaft in Thailand geregelt wird, muss Thailand selbst entscheiden, aber wir würden begrüßen, wenn entsprechende Übergangsregeln getroffen würden", sagte ein Sprecher des australischen Außen- und Handelsministeriums.

Lobbyist Everingham schätzt, dass derzeit etwa 150 australische Paare auf Babys warten, die von thailändischen Leihmüttern ausgetragen werden. Insgesamt sollen 250 Babys betroffen sein. In Australien und einigen US-Bundesstaaten ist Leihmutterschaft verboten.

Vom thailändischen Außenministerium hieß es, die Ausreisebestimmungen seien bislang nicht geändert worden. Solange die Paare die nötigen Papiere hätten, werde es keine Probleme geben.

vet/Reuters/AP

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Zeit wirds
MotziLLa 15.08.2014
Zeit wirds, diesem unsäglichen Menschenhandel einen Riegel vorzuschieben. Am besten wäre es, wenn dieses Leihmüttergeschachere weltweit verboten würde.
2. Bedingungslose Elternliebe?
IhreWerbungHier 15.08.2014
Findet es sonst niemand etwas pervers, dass sich der Sprecher des australischen Außen- und Handelsministeriums zu Leihmutterschaft äußert? Es ist Kinderhandel vom feinsten. Die Menschen müssen sich endlich damit abfinden, dass Elternschaft kein Menschenrecht ist. manchmal soll es nun mal nicht sein. Manchmal wegen Unfruchtbarkeit, manchmal durch eigenes Verschulden wie Homosexualität, manchmal sogar aus falschem Stolz (den eigenen Körper schonen wollen). Der Fall des einen Babies zeigt uns mehr und mehr zu was der Mensch verkommen ist. Sobald ein Kind ein käufliches Produkt werde, ist offensichtlich, dass es wie bei jeder Anschaffung dem Kundengeschmack entsprechen muss. Es gibt kaum Grund dafür, sich über die Zurückweisung des nicht perfekten Kindes durch das Paar zu entrüsten, denn wenn man die Logik von einem Kind als Produkt akzeptiert, so ist das aktuelle Geschehen die klare Konsequenz davon. Leihmutterschaft ist letztlich Menschenhandel aufgrund des Vertrages, der die Leihmutter zur Herausgabe des Kindes verpflichtet und die ihr dafür zustehende Bezahlung regle. Eine vertragliche Verpflichtung zur Lieferung eines nicht-behinderten Kindes oder die Nichtabnahme eines behinderten Kindes verdeutlichten noch einmal, dass es sich nicht um die bedingungslose Annahme eines neuen Familienmitglieds, sondern um eine reine Geschäftsbeziehung handele. Es sollte uns allen ein Warnsignal sein.
3. Wie Drogen oder Prostitution
andreu66 15.08.2014
Man mag es nicht, aber es ist möglich und es wird weiterhin stattfinden. Paare aus reichen Ländern haben immer seltener Kinder, die auf natürlichem Weg gezeugt werden. Gleichzeitig gibt es in armen Ländern viele Frauen, die lieber ein Kind für jemanden austragen, als ihr Geld eben mit Drogen oder Prostitution zu verdienen. Leider haben eben nur sehr wenige Menschen das Glück einen Job wie die Deutschen zu haben, oder (im weltweiten Vergleich) großzügiges Hartz IV.
4. Vernünftig
carlitom 15.08.2014
Zitat von andreu66Man mag es nicht, aber es ist möglich und es wird weiterhin stattfinden. Paare aus reichen Ländern haben immer seltener Kinder, die auf natürlichem Weg gezeugt werden. Gleichzeitig gibt es in armen Ländern viele Frauen, die lieber ein Kind für jemanden austragen, als ihr Geld eben mit Drogen oder Prostitution zu verdienen. Leider haben eben nur sehr wenige Menschen das Glück einen Job wie die Deutschen zu haben, oder (im weltweiten Vergleich) großzügiges Hartz IV.
Endlich mal ein sehr vernünftiges Statement ohne Schaum vor dem Mund. Ich denke auch, da es den Bedarf gibt, zudem erwachsene Menschen sich hier freiwillig miteinander einigen und das sicher nicht zum Nachteil des Kindes (im Gegenteil: diese sind meist ganz besonders geliebt und natürlich gewollt), sollte man Regelungen dafür finden, dass sowas nicht im illegalen Bereich statt finden mus, der sehr viel mehr Gefahren mit sich bringt.
5. Leihmutterschaft
Pandora0611 15.08.2014
Zitat von sysopDPANach dem Streit um Baby Gammy will Thailand Leihmutterschaft verbieten. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet, doch vier Paare aus Australien und den USA wurden mit ihren Babys am Flughafen Bangkok festgehalten. http://www.spiegel.de/panorama/leihmutterschaft-in-thailand-paare-an-der-ausreise-gehindert-a-986225.html
Wem gehört das Baby? Der Leihmutter, welche das Kind austrägt, oder den "biologischen Eltern"? Hier wird die wirtschaftliche Situation der "Leihmütter" ausgenutzt. Sie werden wie "Zuchtvieh" behandelt. Wie "Gebärmaschinen". Ich finde es richtig, dass Thailand die Leihmutterschaft jetzt verbietet.
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