Schneechaos Bahn sperrt Leipziger Hauptbahnhof

Schnee, Matsch und Glatteis: Der Winter ist zurück im Norden und Osten Deutschlands. In Leipzig behindert er Besucher bei ihren Reisen zur Buchmesse.

DPA

Im Norden und Osten Deutschlands ist der Winter zurück. In Altenberg im Erzgebirge wurden an diesem Samstagmorgen minus 8,8 Grad gemessen, auf dem Brocken im Harz sogar minus 13 Grad. Dort werden zum Wochenende bis zu 40 Zentimeter Neuschnee erwartet.

Auch in Leipzig schneite es stark. Der Wintereinbruch legte den Zugverkehr am Leipziger Hauptbahnhof komplett lahm. Die Sperrung des Bahnhofs betreffe sowohl den Fern- als auch den Nahverkehr, teilte die Deutsche Bahn mit. Der Fernverkehr werde umgeleitet, die S-Bahnen führen so nah wie möglich an Leipzig heran. Der Ausfall trifft die Stadt während der Leipziger Buchmesse, zu der etwa 80.000 Besucher erwartet werden.

Aufgrund der Kälte seien vor dem Bahnhof die Weichen ohne Weichenheizung eingefroren. Seit Samstagnacht seien Räumkommandos im Einsatz. "Solange es nicht aufhört zu schneien, ist die Arbeit ein Fass ohne Boden", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Die Bahn versuche, Ersatzbusse zur Verfügung zu stellen, könne aber nicht garantieren, dass die in Leipzig ankommen, da die Lage auf den Straßen bisher unklar sei.

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Schnee und Eis: Der Winter dreht nochmal auf

In anderen Teilen Norddeutschlands ist es derweil sehr stürmisch. Der starke Ostwind sorgte in Schleswig-Holstein bereits für abgehobene Dächer, einen Zugunfall und Überschwemmungen. Stürmischer Wind hat auch das Kreuzfahrtschiff "Aidaperla" am planmäßigen Einlaufen in den Hamburger Hafen gehindert. Statt am Samstag um 8.00 Uhr werde das Schiff mit etwa 3000 Passagieren an Bord voraussichtlich erst gegen 14.30 Uhr am Kreuzfahrtterminal in Hamburg-Steinwerder anlegen, sagte eine Sprecherin von Aida Cruises.

hej/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
frank.huebner 17.03.2018
1. Schneechaos???
Okay, es ist kälter als sonst. Aber so etwas soll im Winter (vergesst das Gelaber vom meteologischen Frühling!) vorkommen. Ein bisschen Schnee und normale Winterliche Kälte bringen heute den Bahnverkehr zum Erliegen? Warum? Ganz einfach, die Bahn wurde totgespart, es gibt keine durchgängige Streckenkontrollen mehr, auch keine Abshcnittsteams, die die Strecken in Schuss halten. Mein VAter hat 40 Jahre bei der Bahn gearbeitet und wurde sofort mit seinem Team bei Problemen alarmiert. Sie waren dabei mit ca. 15 Mann für 50 Km Strecke zuständig. Und das lief! Heutzutage ist die Technik billig und unzuverlässig. Im Sommer versagt die Kühlung, im Winter die Heizung. Die Weichen frieren ein und Bäume liegen auf der Strecke. Die Probleme liegne nicht am Wetter, sondern am Versagen von Politik und Bahnmanagement.
spon-facebook-1049022215 17.03.2018
2. Unglaublich
Früher machte die Bahn Reklame mit de Slogan: "Alle Reden vom Wetter, nur wir nicht." Inzwischen redet niemand vom Wetter, nur die Bahn. Auf dem Bild sind an der Straßenbahnhaltestelle maximal 5 cm Schnee zu sehen. Und deswegen schließen die den größten Bahnhof Europas?
sir_henry 17.03.2018
3.
Zitat von frank.huebnerOkay, es ist kälter als sonst. Aber so etwas soll im Winter (vergesst das Gelaber vom meteologischen Frühling!) vorkommen. Ein bisschen Schnee und normale Winterliche Kälte bringen heute den Bahnverkehr zum Erliegen? Warum? Ganz einfach, die Bahn wurde totgespart, es gibt keine durchgängige Streckenkontrollen mehr, auch keine Abshcnittsteams, die die Strecken in Schuss halten. Mein VAter hat 40 Jahre bei der Bahn gearbeitet und wurde sofort mit seinem Team bei Problemen alarmiert. Sie waren dabei mit ca. 15 Mann für 50 Km Strecke zuständig. Und das lief! Heutzutage ist die Technik billig und unzuverlässig. Im Sommer versagt die Kühlung, im Winter die Heizung. Die Weichen frieren ein und Bäume liegen auf der Strecke. Die Probleme liegne nicht am Wetter, sondern am Versagen von Politik und Bahnmanagement.
@1 - Ich kann Ihnen nur voll beipflichten. Wer oefters mit dem Zug z.B. in Russland bei - 30°C oder mehr, oder in der Schweiz, in Oesterreich unterwegs war, kann bei solchen Meldungen nur den Kopf schuetteln. Aber die Deutsche Bahn ist ja inzwischen zum Sandkasten fuer abgehalfterte Politiker geworden, da wundern Fehlleistungen nicht, sondern sind "systemrelevant". Ausserdem muss die Deutsche Bahn als Staatsbetrieb auch die Loehnung fuer die ueberwiegend inkompetenten Politiker erwirtschaften, d.h. sie ist Dr. Merkels Kuh, die gemolken wird bis die Zitzen ausgetrocknet sind. Dann fahren alle Privaten mit dem Auto. Die Industrie macht es uns heute schon vor.
biesi61 17.03.2018
4. Die Schneehöhe in Leipzig-Holzhausen wird z.Z. mit 6 cm angegeben
und am Flughafen Leipzig/Halle mit 10 cm. Ein wahrlich kompett unlösbares Problem für ein Unternehmen, das schon vor 70 Jahren in Leipzig Weichenheizungen einsetzte und dessen Züge auf Schienen fahren! Was für ein jämmerliches Führungsversagen!
investor3000 17.03.2018
5. Weichenheizungen
Man hat doch erst vor kurzem der gesamte Schienen-Bereich in und um Leipzig für die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Bamberg (Franken) komplett ausgetauscht. Die Neubaustrecke ist echt unschlagbar, aber wenn ich höre, dass bei -5 Grad Weichenheizungen fehlen, fehlen mir die Worte.... Ganz ehrlich, wenn ich nicht in Technik investieren will, dann muss ich halt neben jeder wichtigen und betroffenen Weichen jemanden mit einem Gas-Brenner stellen. Was ist da los Herr Profalla, sie als verdientes Partei-Mitglied und DB-Infrastruktur-Vorstand müssten es ja wissen?
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