Erschossener Leipziger Löwe Zoodirektor verteidigt Motshegetsis Tod

Der Direktor des Leipziger Zoos hat sich für die Tötung eines ausgebrochenen Löwen gerechtfertigt. Man habe versucht, das Tier zu betäuben - doch das sei wohl aus einem bestimmten Grund gescheitert.

DPA

Nach dem Ausbruch zweier Löwen im Leipziger Zoo hat sich der Direktor des Tierparks für das Erschießen eines der Tiere gerechtfertigt. Niemand habe "leichtsinnig, unüberlegt oder fahrlässig" gehandelt, sagte Jörg Junhold.

Mit mindestens drei Betäubungspfeilen habe man vorher versucht, den Löwen Motshegetsi außer Gefecht zu setzen, bevor die Polizei ihn erschossen habe. Vermutlich habe das durch den Stress ausgeschüttete Adrenalin im Blutkreislauf des Tieres die Wirkung der Narkose blockiert. Den zweiten Löwen namens Majo konnten die Zoowärter wieder zurück ins Gehege drängen.

In den sozialen Netzwerken brach über den Zoo wegen Motshegetsis Tod eine Welle der Empörung herein. Direktor Junhold sprach in diesem Zusammenhang von "unsachgemäßer Kritik und persönlichen Angriffen" gegen ihn. " Wie lieben und schützen Tiere, das ist unser Selbstverständnis", sagte er.

Alle Vorgaben eingehalten

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die beiden eineinhalb Jahre alten Löwen über den Wassergraben des Geheges entkommen sind. Der Graben, zwischen 6,60 Meter und 7,90 Meter breit, ist die Hauptsicherheitseinrichtung der Leipziger Löwen-Savanne. Beim Bau seien alle Vorgaben und Empfehlungen eingehalten worden, sagte der Zoodirektor.

Wie genau die Löwen das Hindernis überwunden haben - ob sie durchgeschwommen oder drüber gesprungen sind -, könnte nicht mehr geklärt werden, weil niemand den Ausbruch gesehen habe. Die Sprungvariante sei aufgrund der Ausmaße des Geheges durchaus denkbar.

Zoodirektor Junhold will weiter Löwen in Leipzig halten. Menschen mit Tieren in Kontakt zu bringen, trage dazu bei, Verständnis für den Artenschutz zu wecken. Gemessen an der Anzahl der Tiere in deutschen Zoos kämen Unfälle nur äußerst selten vor.

Um weitere Ausbrüche zu vermeiden, soll der Wassergraben im Leipziger Löwengehege jetzt umgebaut werden. Wie genau, das müsse noch entschieden werden.

jal/dpa



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