Von Barbara Hans
Hamburg - Das Ex-Playmate trägt einen orangefarbenen Überwurf, der über ihrer Schulter geknotet ist, in ihrem Gesicht verläuft die bunte Farbe. Was aussehen soll wie die Maske eines Clowns, entstellt sie zu einer leer dreinschauenden Fratze: Der grün umrundete Mund ist schief gemalt, die weiß geschminkte Nase ziert ein schräger roter Punkt.
Smith schiebt einen Kinderwagen durch ein mit Säulen verziertes, großes Haus, beugt sich über den Wagen und spricht mit der verzerrten Stimme eines Kindes während sie das Baby im Wagen zurechtrückt: "Komm, wir gehen raus spazieren." Doch im Kinderwagen liegt kein Neugeborenes, sondern eine in ein rosafarbenes Tuch gehüllte Babypuppe.
Aufgenommen wurde das nun im Internet und im amerikanischen Fernsehen veröffentlichte Video laut "tmz.com" vom Lebensgefährten des Anfang Februar verstorbenen Ex-Playmates. Was zum Tod der 38-Jährigen führte, ist noch immer unklar - ebenso wie der Vater ihrer im Oktober geborenen Tochter Daniellynn.
Die Aufnahmen zeigen allerdings nicht nur den offensichtlich desolaten Zustand der hochschwangeren Smith, sondern sie werfen auch Fragen bezüglich der Rolle ihres früheren Anwalts Howard K. Stern auf. Stern behauptet - ebenso wie der Fotograf Larry Birkhead und Prinz Frederik von Anhalt - der Vater des kleinen Mädchens zu sein.
Stern macht Witze auf Kosten seiner Lebensgefährtin
Im Video sieht man Stern allerdings nicht - man hört nur die Fragen, die er seiner Lebensgefährtin stellt. Und ganz offensichtlich ist er in einem deutlich klareren Zustand als die merkwürdig anmutende Gestalt, die er aufnimmt. Stern spricht klar und deutlich, ist sogar in der Lage, Witze auf Smith' Kosten zu machen. Der wiederum gelingt es kaum, ihren Kopf gerade und die Augen auf zu halten.
Viermal muss Stern Smith rufen, bis sie reagiert, von der Babypuppe ablässt und ihn anschaut. "Briley, meint, du hast deinen Verstand verloren", sagt er. Er muss den Satz wiederholen, bevor Smith in der Lage ist, zu reagieren. Während der Filmer ihr Gesicht in einer Nahaufnahme zeigt, sagt Smith mit der Naivität eines Kindes: "Nein, ich habe meinen Verstand nicht verloren." "Aber Briley behauptet das", kontert Stern. "Habe ich aber nicht", sagt Smith wie ein trotziges Kind.
"Bist du auf einem Trip? Hast du Pilze genommen?", fragt Stern mehrfach und mit einem Lachen in der Stimme, da Smith ihn nicht versteht. "Was meinst Du damit?", fragt sie unverständig. "Ich mach nur Spaß", antwortet Stern und es scheint, als mache er sich über seine Lebensgefährtin lustig. Es folgt ein Schnitt.
"Dieses Material ist bares Geld wert"
Im gleichen Outfit sieht man Smith dann außerhalb des Hauses stehen, sie starrt wie benebelt in die Kamera. "Ich denke, dieses Material ist bares Geld wert", sagt Stern zu Smith - die wiederum nicht versteht. "Was für Material?", fragt sie. "Das Material, das ich hier aufnehme." Smith entgegnet: "Aber das ist doch nur eine Kamera." Und dann folgen die letzten Worte der kurzen Sequenz: "Ganz genau", hört man Stern sagen.
Auch die Frage der Vaterschaft der kleinen Daniellynn ist mit barem Geld verbunden: Sie ist - sofern Smith den Prozess um das Milliardenerbe ihres ersten Gatten Howard Marshall II. posthum gewinnt - die alleinige Erbin des Vermögens ihrer Mutter. Der 20-jährige Sohn von Anna Nicole Smith starb am 10. September, drei Tage nach der Geburt von Daniellynn im Krankenzimmer seiner Mutter in einer Klinik auf den Bahamas. Die Untersuchungen der Todesumstände dauern noch immer an.
Die Gerüchte um die Drogenabhängigkeit von Anna Nicole Smith und die Rolle Howard Sterns brodeln indessen ungemindert weiter. Zeugen berichten laut dem Magazin "People", dass Smith am 5. Februar bei ihrer Ankunft im Hotel in Florida, in dem sie wenige Tage später starb, "benebelt" gewirkt habe. "Sie konnte zwar aufrecht gehen, aber Howard musste sie stützen", wird der nicht namentlich genannte Zeuge weiter zitiert.
Die Schwester des Anwalts, Bonnie Stern, behauptet hingegen, Smith sei bei dem Hotelaufenthalt schwer krank, und deshalb schwach gewesen. Sie habe "seit Monaten" unter einer Lungenentzündung und einer schweren Grippe gelitten.
"Er hat sie geliebt, warum sollte er sie töten?"
Virgie Arthur, Smiths' Mutter, zu der sie lange keinen Kontakt hatte, sagte in der Sendung "Good Morning America", ihre Tochter habe "zu viele Medikamente genommen". Auch Smith' frühere Freundin Jackie Hutton macht Medikamentenmissbrauch für ihren Tod verantwortlich: "Sie hat immer gesagt, sie möchte einmal sterben wie Marilyn Monroe, aber ich glaube nicht, dass sie das tatsächlich wollte", wird sie von "People" zitiert.
Smith' früherer Freund, der Fotograf Larry Birkhead behauptet, Smith habe auch während der Schwangerschaft Drogen genommen - ein Eindruck, der durch das Video scheinbar bestätigt wird. Im Rahmen der Medikamentenabhängigkeit Smith' wird immer wieder über die Rolle Howard Sterns spekuliert. Ein Zusammenhang, der von seinen Fürsprechern freilich heftig dementiert wird. "Er hat sie geliebt, warum hätte er sie töten sollen?", zitiert "People" Bonnie Stern. "Howard hatte keine Kontrolle über die Situation. Das war allein Annas Entscheidung. Wenn jemand etwas machen will, dann kann man ihn nicht davon abhalten."
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