Paris- Dem französischen Waffenhändler Pierre Falcone und dem Israeli Arkady Gaydamak wird vorgeworfen, sich Anfang der 90er Jahre mit Schmiergeldern die Unterstützung der politischen Szene für ihre Geschäfte erkauft zu haben. Jean-Christophe Mitterrand soll 2,6 Millionen Dollar angenommen haben. Der Sohn des früheren französischen Staatspräsidenten war von 1986 bis 1992 Afrika-Berater im Elysée-Palast.
Falcone soll 1993 und 1994 Waffen an das von Kriegen erschütterte Angola verkauft haben. Die Panzer, Hubschrauber, Minen, Flammenwerfer und anderen Waffen aus Osteuropa wurden von der Regierung des Präsidentes José Eduardo Dos Santos im Kampf gegen die Unita-Rebellen unter Jonas Savimbi eingesetzt.
Falcone und Gaydamak sind im Ausland und werden in Abwesenheit angeklagt. Sie argumentieren, ihre Geschäfte seien legal gewesen. Der als "Angola-Gate" bezeichnete Skandal hatte einen Schatten auf die Präsidentschaft des Sozialisten Mitterrand geworfen.
Jean-Christophe Mitterrand wird wegen Mittäterschaft bei illegalen Waffengeschäften vor Gericht gestellt. Der Berater des einstigen Präsidenten, Jacques Attali, und der ehemalige konservative Innenminister Charles Pasqua werden angeklagt, weil sie illegal Prämien von den Waffengeschäften eingestrichen haben sollen. Insgesamt sollen Waffen im Wert von 600 Millionen Euro ohne Zustimmung der französischen Regierung an Angola verkauft worden sein. Der Mammutprozess beginnt Ende des Jahres.
esp/Reuters/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Leute | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH