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01.08.2007
 

New York

Der Bürgermeister und sein schmutziges Geheimnis

Er gilt als einer der lautstärksten Fans des öffentlichen Nahverkehrs, doch Michael R. Bloomberg gehört offenbar zu jenen, die Wasser predigen und Wein saufen. Wie eine Zeitung nun enthüllt, lässt sich der Politiker jeden Tag zur U-Bahn-Station bringen - mit zwei Autos.

New York - Seine Mitbürger ermahnt Bloomberg gerne und häufig, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln umweltschonend an den Arbeitsplatz zu pendeln. Dabei fallen auch schon einmal deutliche Worte. Doch allen strengen Predigten zum Trotz zieht es der Politiker wohl vor, wie die "New York Times" nun berichtet, höchstpersönlich ungleich komfortabler zu reisen.

Bürgermeister Bloomberg: Wer ist der Durchschnitt?
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REUTERS

Bürgermeister Bloomberg: Wer ist der Durchschnitt?

Mit zwei übergroßen Geländewagen der Polizei ließe er sich jeden Morgen in der Upper East Side abholen und 22 Blocks weit zur U-Bahn-Station an der 59. Straße fahren, schreibt die Zeitung. Dabei liegt die nächste Haltestelle gerade einmal vier Blocks vom Zuhause Bloombergs entfernt.

Der Sprecher des Bürgermeisters wurde laut "Times" gestern in einem Interview gefragt, ob der tägliche Bringdienst zur U-Bahn-Station den Bürgermeister vom durchschnittlichen Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs unterscheide. Stu Loesers Antwort darauf: "Wer ist der durchschnittliche U-Bahn-Nutzer? (…) Der Bürgermeister fährt U-Bahn, wie jeder es tut."

Gleichwohl erklärte der Sprecher der Metropolitan Transportation Authority auf die Frage, wie üblich es ist, morgens mit dem Auto zur Haltestelle gebracht zu werden: "Das wäre ziemlich verrückt. Die meisten Menschen haben keine Fahrer."

Dem Bericht zufolge beobachteten die Reporter der "Times" den Bürgermeister-Milliardär fünf Wochen lang bei seinen morgendlichen Ausfahrten, die ihn schneller und ohne lästiges Umsteigen ans Ziel brachten.

Der Sprecher des Politikers sagte, man setze verstärkt auf das Auto als Fortbewegungsmittel, seitdem Fotografen Bloomberg belagerten. Auf den Einwand der Reporter, sie hätten keine Paparazzi gesehen, entgegnete Loeser: "Also hat die Lösung funktioniert."

jdl

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