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01.09.2007
 

Claudia Schiffer

Die Supermodels sterben aus

"Supermodels", behauptet Claudia Schiffer in einem Interview, "gibt es nicht mehr." Nach ihr sei diese Phase zu ihrem Ende gekommen. Heutige Models hätten die Chance zum Sternchen, nicht aber zum Star. Die Schiffer muss es wissen.

Wer wie Claudia Schiffer im platten Nirgendwo des Niederrheins westlich von Duisburg groß geworden ist, neigt gemeinhin nicht zum Größenwahn: Zwischen Orsoy und Eversael, Ork, Borth, Moers und Xanten gedeiht der Pragmatismus. Was Deutschlands einst bekanntestes Supermodel gegenüber "fivetonine", dem Magazin der "Wirtschaftswoche", zum besten gab, klingt erst einmal anders.

Sie vermisse derzeit eine würdige Nachfolgerin in der Riege der Supermodels, sagt die Schiffer: "Supermodels, so wie wir damals waren, gibt es nicht mehr."

Das klingt alterssentimental, doch so meint die 37-Jährige das durchaus nicht. Sie sieht die Spezies des Supermodels - erst in den achtziger Jahren durch Charakterköpfe wie Cindy Crawford entstanden - generell bedroht. Heutige Models würden mit Ausnahme der Brasilianerin Gisele Bündchen auf der Straße kaum noch erkannt (man kann übrigens darüber streiten, ob Gisele Bündchen erkannt würde).

Denn was das Supermodel von den austauschbaren biologischen Kleiderstangen auf den Laufstegen der Welt scheidet, ist ihr durch Allgegenwart bestimmter Wiedererkennungswert: Gesichter wie Schiffers, Crawfords, Campbells, Kate Moss' oder Heidi Klums lächeln von jedem Magazin, werden durch jede zweite TV-Show getrieben, betteln auf übermannshohen Werbeplakaten um Blicke. Sie sind oder waren die visuelle Standardausstattung des öffentlichen Raums.

Und das machte sie zu echten Stars: "Früher brauchte ich drei bis vier Bodyguards, um nach einer Chanel-Show vom Backstage-Bereich zu meinem Auto zu kommen. Und so erging es nicht nur mir. Es war der reine Wahnsinn. Das gibt es heute alles nicht mehr", sagt Claudia Schiffer. Sie zählte in den neunziger Jahren neben Kolleginnen wie Christy Turlington, Naomi Campbell und Cindy Crawford zur Riege der bestbezahlten Models.

Schiffer hält eine Rückkehr der Supermodels aber für möglich. Nach dem Trend zu supermageren Frauen scheine der Glamour in die Modewelt zurückzukehren. "Vielleicht bewirkt ja genau diese neue Entwicklung jetzt ein Revival der Supermodels", sagte die einstige Muse des Chanel-Designers Karl Lagerfeld. "Schließlich haben wir das Image der Schönheit in den Neunzigern verkörpert."

pat/ddp

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