Paris - Pannen und Peinlichkeiten pflastern den medialen Weg des französischen Präsidenten. Erst vor wenigen Wochen lachte die ganze Welt, als bekannt wurde, dass das Saorkozy-nahe Magazin "Paris Match" die Speckröllchen des Staatsoberhauptes aus einem Urlaubschnappschuss retuschieren ließ.
Jetzt gibt es ein neues pikantes "Sarkogate": Ein Liebesbrief, mit dem sich der Präsident sehen ließ, wurde im Internet veröffentlicht.
Mit dem Schreiben war Sarkozy zuvor fotografiert worden, als er eine Kabinettssitzung verließ. Unter dem Arm trug er Akten - und, gut sichtbar, einen handgeschriebenen Brief.
Die Zeitschrift "Choc" plante, das Foto vergrößert zu drucken. "Choc" gehört wie "Paris Match" zur Gruppe Lagardère, deren Chef Arnaud Lagardère mit Nicolas Sarkozy befreundet ist. "Choc" verzichtete schließlich auf den Abdruck. Dies sei jedoch keine Selbstzensur gewesen, sondern entschieden worden, weil die Identität des Absenders zunächst nicht bekannt war, sagte "Choc"-Chefredakteur Christophe d'Antonio.
Die Tageszeitung "Le Monde" druckte das Foto - und die Franzosen konnten selbst die Epistel in Augenschein nehmen. Auf dem DIN-A4-Blatt ist unter anderem zu lesen: "Ich habe den Eindruck, Dich seit einer Ewigkeit nicht mehr zu sehen, und Du fehlst mir. Ich hoffe, Dich nächste Woche oder am Wochenende zu sehen. Millionen Küsse."
Die Spekulationen schossen ins Kraut: Wer war die Absenderin der zärtlichen Zeilen? Warum nimmt Sarkozy einen solch privaten Brief mit in die Kabinettsitzung - und hat er da übrigens nichts besseres zu tun, als Privatkorrespondenz zu lesen?
Nun hat sich die Absenderin geoutet: Die konservative Politikerin Isabelle Balkany bekannte gegenüber der Zeitung "Le Parisien", den Brief geschrieben zu haben - er sei an die Gattin des Präsidenten, Cécilia Sarkozy, gerichtet gewesen: "Ich habe mich kaputt gelacht, als ich bemerkt habe, welche Unruhe mein Brief ausgelöst hat", sagte Balkany dem Blatt.
Offen ist weiterhin, warum Sarkozy nach einer Kabinettssitzung einen persönlichen Brief an seine Frau dabei hatte. "Das weiß ich auch nicht", sagte ein Regierungssprecher.
pad/dpa
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