Paris - Für Cécilia Sarkozy ist es eine juristische Niederlage, für ihren Mann ein weiteres Desaster in Sachen Personality-PR: Ein Pariser Gericht hat die Veröffentlichung eines Buches erlaubt, in dem die Ex-Frau des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, 52, damit zitiert wird, er sei ein "Geizkragen" und ein "Schwerenöter".
"Der Antrag von Cécilia Sarkozy auf ein Verbot des Buchs wurde abgelehnt", sagte ein Gerichtssprecher. Cécilia Sarkozy hatte argumentiert, dass das Buch der Journalistin Anna Bitton eine Verletzung ihrer Privatsphäre bedeute. Es blieb zunächst unklar, ob sie sich von den Zitaten distanzierte oder nur deren Veröffentlichung verhindern wollte.
Die Autorin betonte, dass das Buch Ergebnis einer "jahrelangen vertrauensvollen Beziehung" zwischen ihr und der ehemaligen Präsidentengattin sei. Das Buch mit dem Titel "Cécilia" ist eins von drei Büchern, die in diesen Tagen über die Ex-Frau des Präsidenten herauskommen.
Die Autorin zitiert Cécilia Sarkozy, 50, mit den Worten, ihr Ex- Mann sei jemand, "der niemanden liebt, nicht einmal seine eigenen Kinder": "Er hat etwas Lächerliches, er ist seines Amtes nicht würdig, er ist verhaltensgestört", klagt Cécilia in dem Buch. Sarkozy habe in den 18 Jahren, in denen die beiden zusammenlebten, niemals mit der Familie zusammen am Tisch gesessen, sondern immer nur bei der Arbeit am Schreibtisch. Er habe außerdem viele Affären gehabt, "auch mit Frauen, an deren Namen er sich anschließend nicht mehr erinnerte".
Cécilia bekennt sich in dem Buch zu ihrer Liebe zu dem Geschäftsmann Richard Attias, den sie den "Mann ihres Lebens" nennt.
Seinetwegen hatte sie Sarkozy früher schon einmal vorübergehend verlassen. Attias dementierte kürzlich französische Medienberichte, dass er und Cécilia Sarkozy demnächst heiraten wollten.
Die Anwälte von Cécilia Sarkozy wollten in Berufung gehen. Der Elysée-Palast hatte am 18. Oktober die wenige Tage zuvor vollzogene Scheidung der Eheleute Sarkozy bekanntgegeben. Nicolas Sarkozy lernte wenige Wochen später die italienische Sängerin Carla Bruni kennen und bestätigte am Dienstag indirekt Hochzeitspläne, ohne einen Termin zu nennen.
pad/dpa
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