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15.02.2008
 

Vivienne Westwood

Slip-Protest gegen Guantanamo

Ex-Punk-Ikone Vivienne Westwood macht auf dem Laufsteg Politik: Nach neunjähriger Abstinenz kehrte die britische Modeschöpferin wieder zur Londoner Fashion Week zurück - und protestierte gegen die Behandlung der Gefangenen im US-Internierungslager Guantánamo. Symbolisiert mit einem Slip.

London - Die 66-Jährige stellte auf der London Fashion Week ihre "Red Label"-Kollektion für den kommenden Winter vor und gab mit ihrer Show auch ein politisches Statement ab: Unter den Entwürfen war ein extra für die Show entworfenes Paar Unterhosen in "Guantánamo Orange". Mit nichts als einer schwarzen Strumpfhose und diesem Slip bekleidet wurde ein Model auf den Laufsteg geschickt.

Der orangefarbene Schlüpfer sollte an die Kleidung der Häftlinge erinnern. Die auffälligen Wollslips wurden von der Menschenrechtsorganisation Reprieve in Zusammenarbeit mit der Edel-Unterwäschemarke Agent Provocateur entworfen und trugen den Slogan "Fair Trial My Arse" (etwa: "Ein fairer Prozess? Totale Verarschung!"). Reprieve setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte auf dem US-Militärstützpunkt Guantánamo ein, in dem Terrorverdächtige inhaftiert sind.

Der Slip soll umgerechnet 47 Euro kosten, als Accessoire gibt es obendrein ein paar Handschellen. Hinter der Bühne erklärte Westwood, sie hoffe, dass sich US-Senator Barack Obama bei der Demokratischen Partei als US-Präsidentschaftskandidat durchsetzen werde. Sie wisse nicht, ob sie selbst den von ihr präsentierten Slip trage werde, sagte sie. Was sie auf jeden Fall trägt, ist ein Halsband mit der Aufschrift: "Ich bin keine Terroristin, bitte verhaften Sie mich nicht."

Unter den zahlreichen Prominenten, die Westwoods Show besuchten, waren das britische Topmodel Erin O'Connor sowie die Sängerinnen Lily Allen und Kelly Osbourne. Entgegen den Erwartungen lief das britische Topmodel Kate Moss nicht über den Laufsteg. Die London Fashion Week endet heute mit der Show des Walisers Julien Macdonald.

jjc/AP

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