London - Die Ansage vor der Abfahrt ist eindeutig: "Wenn Sie keine Fahrkarte besitzen, steigen Sie bitte aus." Doch der frühere britische Premier blieb sitzen - Ticket hin oder her. Die "Daily Mail" berichtet, der 54-Jährige sei im Expresszug auf dem Weg zum Londoner Flughafen Heathrow gewesen, als der Schaffner sein Ticket habe sehen wollen.
Der Ex-Premier habe jedoch weder ein solches vorweisen können noch Bargeld oder eine Kreditkarte gehabt, um den 24,50 Pfund (30,50 Euro) teuren Fahrschein im Zug zu lösen. Der Kontrolleur habe Blair schließlich gratis fahren lassen, sagte ein Sprecher des Politikers. Das Angebot von Blairs Sicherheitsleuten, für den Fahrschein aufzukommen, habe der Schaffner abgelehnt.
Blair, der im Juni 2007 von seinem Amt zurücktrat, verdient mit Vorträgen an Universitäten und verschiedenen Beraterposten bei Investmentbanken Millionen. Passagiere in dem Zug beschwerten sich über die Bevorzugung des prominenten Schwarzfahrers: "Er sollte wie alle anderen behandelt werden", sagte ein Passagier der Zeitung. "Es ist nicht fair, und man sollte ihm eine Rechnung dafür zuschicken."
Blairs Sprecher verteidigte den ehemaligen Chef der Downing Street: "Er hätte liebend gerne gezahlt und er würde immer noch liebend gerne zahlen." Ein Sprecher des Heathrow-Express' erklärte, man werde den Vorfall überprüfen.
han/dpa
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