London - Die multinationalen Lebensmittelkonzerne hätten "ein gigantisches Experiment mit der Natur und der gesamten Menschheit" gestartet, das ernsthaft schiefgelaufen sei, sagte der 59-Jährige am Mittwoch dem "Daily Telegraph".
Wenn die großen Konzerne die Massenproduktion von Lebensmitteln übernähmen, seien kleine Bauern und die Umwelt in Gefahr, sagte der Thronfolger. Schon jetzt würde die "exzessive Hinwendung zu modernen Formen der Landwirtschaft" den Wasserhaushalt im indischen Punjab und in Westaustralien gefährden.
"Wir sollten über die Sicherheit von Lebensmitteln sprechen und nicht über deren Produktion - darauf kommt es an, und das verstehen die Leute einfach nicht", ärgert sich Charles, der seit langem als ausgewiesener Anhänger der Bio-Landwirtschaft gilt.
Angesichts weltweit steigender Lebensmittelpreise ist die Diskussion neu entflammt, wie durch den Einsatz der Wissenschaft die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden kann. Befürworter des Anbaus genetisch veränderter Pflanzen führen neben der höheren Produktivität auch niedrigere Kosten an. Kritiker warnen hingegen vor Gefahren für die Umwelt und vor Gesundheitsrisiken, die beim Verzehr solcher Lebensmittel entstehen könnten.
Prinz Charles ist bekannt für sein Engagement für die ökologische Landwirtschaft. Auf eigenen Gütern in Cornwall und Highgrove lässt er biologische Lebensmittel anbauen. Den Erlös spendet er für wohltätige Zwecke.
ala/Reuters
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