Osnabrück - Boris Aljinovic beantwortete die Einladung, die er vom Fernsehsender Vox für das "Promi-Dinner" bekam, mit einem exklusiven Menü-Vorschlag: "Ich habe über meine Agentur einen Menü-Vorschlag unterbreitet: als Vorspeise Dieter Bohlen, dann Helmut Kohl mit Erbsenpüree, zum Nachtisch Yvonne Catterfeld und zur Abrundung einen Zeh von Reinhold Messner. Ich dachte, ein bisschen Hannibal Lecter könne nicht schaden bei so einem Promi-Dinner, aber bis jetzt habe ich keine Antwort auf meinen Vorschlag bekommen", sagte der Schauspieler der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Zudem zeigte sich Aljinovic, populär geworden durch seine Rolle als Berliner "Tatort"-Kommissar Felix Starke, genervt von der Diskussion um Schleichwerbung im Fernsehen. Seit dem ARD-Skandal sei man krampfhaft bemüht, jedes Handy abzukleben und jedes Ladenschild zu verändern, sagte der 41-Jährige. "Das ist ein einziger Terror für das Team." Die Debatte sei "ein bisschen lächerlich", sagte Aljinov. "Wir laufen durch eine Realität voller Werbung und voller Marken."
Dass Werbung nicht mehr gezeigt werden dürfe, habe eine gewaltige Mehrarbeit und enorme Einschränkungen zur Folge. "Wir könnten nicht mal die Glitzerwelt des Kurfürstendamms in seiner Farbenpracht zeigen", kritisierte der Schauspieler in dem Interview. Er selbst sieht das erlaubte Productplacement positiv: "Es gibt eine definierte Spielregel: Wenn uns Daimler für nix die neuesten Autos hinstellt und wir die fahren dürfen, haben wir logischerweise einen größeren Fuhrpark. Das spart Kosten."
Aljinovic gibt in dem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu, seine Rolle im "Tatort" erst auf das Genre Krimi aufmerksam geworden zu sein: "Ich habe vorher weder in Krimis gespielt noch welche gelesen. Ich fand Krimiliteratur nie besonders interessant. Es gibt ja auch in der klassischen Theaterdramaturgie nur wenig Krimis. Ein erfüllter Theaterabend funktioniert einfach nicht, wenn er zu 50 Prozent aus einem Ratespiel besteht."
Heute sehe er es differenzierter: "Der Zuschauer, der am Sonntagabend um 20.15 Uhr den 'Tatort' einschaltet, mag es und hat absolut das Recht, seinen Krimi zu sehen."
Schwere Verbrechen in der Hauptstadt sind für Aljinovic im Film zum täglich Brot geworden, die Wirklichkeit sieht für den gebürtigen Berliner jedoch bedeutend harmloser aus: "Mir ist vor 15 Jahren in der U-Bahn mal das Portemonnaie geklaut worden, aber das war es auch. Das war unangenehm, aber nicht gerade 'Tatort'-würdig."
jjc
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Leute | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH