Münster - Axel Prahl macht keinen Hehl daraus, dass ihm grundsätzlich Wurst ist, was andere von ihm denken. Nun könnte genau diese Haltung zum Problem für den Schauspieler werden, der durch seine Rolle als Hauptkommissar Thiel im Münster-"Tatort" populär ist: Das Ordnungsamt der Stadt Münster hat den 48-Jährigen im Visier.
Prahl habe bei der Vorpremiere des 15. Münster-"Tatorts" im Cineplex-Kino demonstrativ geraucht und somit gegen das Nichtraucherschutzgesetz verstoßen, sagte am Dienstag Münsters Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner. Gegen den Schauspieler wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Prahl, der im Fernsehen als Hauptkommissar Frank Thiel für Recht und Ordnung sorgt, sei von seinem Vorhaben nicht abzubringen gewesen.
"Wir sind sicher nicht kleinkariert. Aber so plakativ, wie Herr Prahl in aller Öffentlichkeit geltendes Recht ignoriert hat - da sind wir einfach verpflichtet zu handeln", sagte Schulze-Werner. Zudem hätten sich viele Bürger über das Verhalten des Schauspielers beschwert. Das Gesetz gelte für Prominente und einfache Bürger gleichermaßen, unterstrich Schulze-Werner. Allerdings habe das Verfahren gegen Prahl nicht oberste Priorität. "Wir gehen ganz unaufgeregt an die Sache ran."
Prahl bekomme nun einen Anhörungsbogen, sagte Schulze-Werner in der "Münsterschen Zeitung". Dann merke er mal, "wie es in der Realität dort aussieht, wo er sonst immer als Fernsehkommissar auftritt". Dem Schauspieler, der auch Unterstützer eines Berliner Bürgerbegehrens gegen das Rauchverbots ist, drohe ein Bußgeld von 100 Euro.
Zum harten Vorgehen gegen den "Tatort"-Kommissar scheint es bei der Stadt aber offenbar unterschiedliche Meinungen zu geben. "Möglicherweise ist hier ein Amt zu sehr vorgeprescht", meinte ein Sprecher der Stadt.
Angesichts der Tatsache, dass Prahl wegen seiner Rolle im "Tatort" auch als Aushängeschild für die Stadt gelte, könne man sich auch gut vorstellen, von einer Bestrafung des Schauspielers abzusehen.
"Wir müssen mal schauen, wie das Verfahren verlaufen und zu welchem Ergebnis es kommen wird", so der Sprecher. Immerhin habe Münster dem 48-jährigen Schauspieler viel zu verdanken, betonte er. Als Münsteraner Tatort-Kommissar gebe er der Stadt schließlich ein Gesicht.
Der Mime selbst hat inzwischen seinen öffentlich zur Schau gestellten Griff zur Zigarette bedauert. "Mit oder ohne Zigarette, in Münster fühle ich mich immer sehr wohl und bin gerne hier. Ich rauche gerne, aber verärgern wollte ich bei der "Tatort"-Premiere natürlich niemanden", ließ Prahl über die WDR-Pressestelle mitteilen.
jjc/AP/dpa
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