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13.05.2009
 

Politiker

Frau Palins Millionendeal

Das Interessante an Sarah Palin sind nicht ihre Botschaften als Politikerin, sondern ihre peinlichen Pannen, ihre schillernde Persönlichkeit. Letztere macht die Gouverneurin von Alaska jetzt zu Geld: Sie schreibt ihre Memoiren - und will Tacheles reden.

New York - Sie setzte sich für sexuelle Abstinenz vor der Ehe ein und musste dann die Schwangerschaft ihrer unverheirateten Teenager-Tochter erklären. Sie gab sich als "Hockey Mom", soll aber Wahlkampfgelder im sechsstelligen Bereich für ihr Äußeres ausgegeben haben. Sie wollte sich mit dem französischen Präsidenten Sarkozy zur Robbenjagd verabreden, fiel jedoch auf einen Telefonstreich herein.

Sarah Palin hat im US-Präsidentschaftswahlkampf keinen Fettnapf ausgelassen. Nun will die Gouverneurin von Alaska, die für die Republikaner an der Seite John McCains gegen das demokratische Duo Obama/Biden angetreten war und unterlag, enthemmt aus dem Nähkästchen plaudern: Im Frühjahr 2010 sollen ihre Memoiren erscheinen.

Der Titel des Werks steht noch nicht fest. Über ihre Motivation sagte die 45-Jährige: "Es wurden so viele Dinge über mich geschrieben und gesagt, die nicht stimmen - da ist es gut, über ein ungefiltertes Forum die Wahrheit darüber zu sagen, wer wir sind, wofür wir stehen und worum es in Alaska eigentlich geht."

Ob die schreiberische Fähigkeiten der Gouverneurin für ihr Vorhaben ausreichen, sei dahingestellt: Sie wird von einem noch nicht benannten Autor unterstützt.

Die Politikerin will nicht nur über Politik schreiben. "Sie will Insiderwissen teilen über die persönlichen Herausforderungen, denen sie gegenüberstand", hieß es aus dem Verlag. Dazu zählten "der Zeitmangel als berufstätige Mutter, das Leben mit einem behinderten Kind".

Der Buchdeal soll Palin Zeitungsberichten zufolge ein sattes Salär einbringen. Von bis zu elf Millionen Dollar Vorschuss ist die Rede. Die Politikerin nannte diese Zahl im Januar "lächerlich", weder sie noch ihr Verlag machten andere Angaben. Der Washingtoner Anwalt, der die Honorarverhandlungen für Palin führte, war darin bisher jedoch sehr erfolgreich: Laut der Zeitung "Anchorage Daily News" schlug er für Bill Clinton und seine Memoiren 12 Millionen Dollar, für Alan Greenspan 8,5 Millionen Dollar Vorschuss raus.

Palin will sich im nächsten Jahr um die Wiederwahl als Gouverneurin von Alaska bemühen. Der republikanischen Politikerin werden auch Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur nachgesagt. Darüber, dass sie nicht Vizepräsidentin geworden ist, ist Palin vielleicht inzwischen sogar froh. Diese Aufgabe wird 2009 nämlich lediglich mit rund 227.000 Dollar entlohnt.

siu/AP/AFP

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