London - Zäh, ehrgeizig und diszipliniert - so kennt man die Sängerin, die seit 30 Jahren zur Popelite gehört. Nun hat sie offenbar drei Richter umgestimmt. Die 50-Jährige darf laut der britischen Zeitung "The Sun" nun doch die dreijährige Mercy aus Malawi adoptieren. Seit Monaten kämpft Madonna um das Waisenkind.
"Der Papierkram wird gerade erledigt", sagte eine nicht näher benannte Quelle dem Blatt. Die Entscheidung werde kommenden Sonntag verkündet. "Mercy sollte anfangen, ihre Sachen zu packen. Es geht nach Amerika", zitierte das Blatt den Informanten. Zwei der drei Berufungsrichter hätten schon eine Empfehlung geschrieben und der dritte stimme völlig mit deren Einschätzung überein.
Eigentlich wollte Madonna die kleine Chifundo Mercy James schon Anfang April aus Malawi mitnehmen - ein Gericht verbot dies jedoch. Die US-Amerikanerin habe nicht wie vorgeschrieben mindestens 18 Monate lang in Malawi gelebt. Die Sängerin hatte dagegen Einspruch erhoben.
Nun klingt plötzlich alles ganz anders: Dieses Gesetz sei nicht mehr in Kraft, so einer der drei Berufungsrichter laut "Sun". Madonnas Anwälte hatten es stets als "überholt" bezeichnet und sollen dem Blatt zufolge alles in Bewegung gesetzt haben, dies zu beweisen.
Madonna sei über den anstehenden Erfolg von ihrem Anwalt informiert worden. "Sie ist außer sich vor Freude", sagte ein enger Freund dem Blatt.
Erst vor einigen Tagen hieß es, Madonna würde scheitern. Der "Daily Mail" zufolge signalisierten die Berufungsrichter Madonnas Vertretern in Malawi, dass die Entscheidung wohl eher zu ihren Ungunsten ausfallen werde.
Dabei hatte die Diva alle Hebel in Bewegung gesetzt: Laut "Daily Mail" plazierte Madonna im Mai einen ganzen Tross von Mitarbeitern in Malawi, die unermüdlich Lobbyarbeit betrieben. So soll es mehrere private Treffen mit Regierungsvertretern und Reisen an den Sitz des Berufungsgerichts gegeben haben. Sogar bis zum Vizepräsidenten sollen die Madonna-Unterstützer gekommen sein.
Nigeria und Lesotho als Alternativen
Sicherheitshalber soll sich Madonna aber auch schon in anderen Ländern nach Kindern umgeschaut haben: "Madonna ist kein geduldiger Mensch", zitierte die "Daily Mail" eine Quelle. Demnach hatte der Star schon mit Recherchen in dem kleinen südafrikanischen Königreich Lesotho begonnen, in dem besonders viele AIDS-Waisen leben.
Der "News of the World" zufolge nahm Madonna in Nigeria bereits Kontakt mit einem Waisenhaus auf und fragte nach einem kleinen Mädchen. Außerdem will das Blatt erfahren haben, dass die Sängerin bei einem nächsten Versuch ihren derzeitigen Freund, das 22-jährige Fotomodell Jesus, als verantwortungsvollen Vater präsentieren will. Die geplante Adoption von Mercy ist seit Monaten heiß diskutiert: Verschiedene Menschenrechtsgruppen warfen Madonna "Kinder-Shopping" vor und beschuldigten die Behörden, die Sängerin bevorzugt zu behandeln. Auch Mercys Großmutter kämpft gegen den Popstar.
Madonna hat bereits ein Kind aus Malawi: 2006 übernahm sie die Pflegschaft für den damals 13 Monate alten David Banda, den sie mittlerweile adoptiert hat. Außerdem hat sie noch zwei leibliche Kinder: Lourdes Maria, 12, aus der Verbindung mit dem kubanischen Ex-Fitnesstrainer Carlos Leon und Rocco John, 8, aus der Ehe mit Guy Ritchie. Von dem britischen Filmregisseur wurde Madonna im vergangen November geschieden.
siu
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