New York - Im überdimensionierten grauen Sweater und mit einer weißen Turnhose bekleidet präsentiert sich derzeit eine Sängerin ihrem Publikum, die normalerweise eher mega-knappe Outfits und sehr viel nackte Haut in der Öffentlichkeit zeigt. In ihrem neuen Video zu der Single "Obsessed" erteilt Mariah Carey allerdings den üblichen Stereotypen zu ihrer Person eine Absage.
Zunächst taucht "Mimi" als goldbetresster, ziegenbärtiger Hotelchauffeur auf, der die "wirkliche" Mariah Carey zum Wagen begleitet und ihr unter dem Jubel der Fans die Limousinentür aufreißt. Dann hat sie ihren Auftritt als ungelenker Rapper mit Rehaugen.
Was mag Carey, ansonsten eher berühmt für Diven-Allüren und kapriziöse Anwandlungen, dazu gebracht haben, vorübergehend das Geschlecht zu wechseln? Ist es ein Anflug von Humor oder gar die späte Erkenntnis, dass Frau sich auch in Klamotten wohlfühlen kann, die nicht wie ein Kaugummi am Körper kleben?
Wohl kaum. Das Video soll wohl vor allem eine Retourkutsche für Rapper Eminem sein, der auf seinem neuen Album "Relapse" unter vielen anderen Prominenten auch die Soul-Diva und ihren 28-jährigen Gatten Nick Cannon aufs Korn nahm. In dem Track "Bagpipes From Baghdad" forderte er Cannon gar zum Prügelduell.
Eminem und Carey sollen einst ein Tête à tête gehabt haben, ein Gerücht, das sich hartnäckig hält. "Warum bist du so besessen von mir, Junge, das will ich echt wissen, behauptest, dass ich dich sexy finde, wo doch jeder weiß, dass du sauer auf mich bist?" heißt es in "Obsessed", dem ersten Song auf dem Album "Memoirs of an Imperfect Angel", das im August in die Plattenläden kommt.
Wer hier von wem besessen ist, wird sich nicht abschließend klären lassen. Eines jedoch haben die beiden Streithähne vermutlich gemeinsam: Sie wissen um die Werbewirksamkeit eines öffentlich ausgetragenen Songzeilenzanks.
Die Fans müssen sich angesichts der Maskulinisierung von "Mimi" allerdings keine Sorgen machen. Mariah Carey bleibt Mariah Carey, Alter Egos hin oder her. Und so ist sie auch in diesem Video erneut in ihrer Urform zu bewundern: auf turmhohen Highheels, mit aufwendig onduliertem Engelshaar und in einem ihrer unvermeidlichen, wenig vorteilhaften Spaghettiträgerkleider. Welcome back, Mariechen.
ala
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