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24.07.2009
 

Wider Willen

Dolly Buster kandidiert für Stadtrat

Sie macht in Erotik, in Kunst und nun auch in Politik: Dolly Buster, frühere Pornodarstellerin, kandidiert im niederrheinischen Wesel für den Stadtrat - auch wenn sie das eigentlich gar nicht wollte.

Hamburg - Am Anfang der Geschichte steht ein Missverständnis - am Ende der Geschichte steht Nora Baumberger, besser bekannt als Dolly Buster, auf dem Wahlzettel der nordrhein-westfälischen Stadt Wesel. Wahlbezirk: Obrighoven-Lackhausen.

Ihr Ehemann Nino Baumberger sagte der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), er und seine Frau seien von der Vorsitzenden der Unabhängigen Weseler Wählergemeinschaft (UWW) um Unterstützung gebeten worden.

"Wir dachten dabei aber daran, Mitglied zu werden, nicht gleich für den Stadtrat zu kandidieren", sagte der Geschäftsführer einer Videovertriebsfirma der Zeitung. Doch statt einer Beitrittserklärung unterschrieben die Eheleute offenbar unwissend eine Zustimmungserklärung zur Kandidatur. Die Vorsitzende der UWW sei eine gute Bekannte, sagte Baumberger. Sie habe ihnen erzählt, dass die Wählergemeinschaft Mitglieder brauche. Er habe nicht gewusst, dass sie damit einer Kandidatur zustimmten, sagte er.

Nun stehen die frühere Pornodarstellerin und ihr Gatte als Direktkandidaten auf der Wählerliste.

Baumberger sagte der Zeitung weiter, er werde für eine Kandidatur zur Verfügung stehen, seine Frau aber nicht. "Meine Frau will nicht antreten." Seine Frau sei verärgert, dass ihr Name ohne ihr Wissen für die Kandidatenliste der UWW missbraucht worden sei.

Doch ob sie will oder nicht - sie muss. Von ihrer Kandidatur kann Buster formal nicht mehr zurücktreten. Die Stimmzettel sind bereits im Druck, die Wahlvorschläge fristgerecht eingegangen. "Aus diesem Grund kann Frau Baumberger ihre Kandidatur nicht mehr zurückziehen", sagte eine Sprecherin vom Wahlbüro der Stadt der WAZ. Das Paar habe der Nominierung durch seine Unterschrift zugestimmt.

Dass Dolly Buster das Mandat im Fall einer Wahl annimmt, scheint unter den Umständen allerdings mehr als fraglich.

Es ist nicht der erste Ausflug der Blondine in die Politik: 2002 unterstützte sie die FDP im Bundestagswahlkampf, zwei Jahre später versuchte sie sich in Tschechien als Kandidatin für das EU-Parlament.

han/ddp

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