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14.08.2009
 

Barbara Wussow

Sascha Hehns "unvergessliche" Küsse

Wir sehen sie vor uns: Sascha Hehn im weißen Kittel, in sein Cabrio hüpfend. Barbara Wussow devot im Krankenschwester-Look. Selbst Jahrzehnte nach der "Schwarzwaldklinik" kann die Schauspielerin die Küsse des TV-Doktors nicht vergessen.

Hamburg - Den ersten Mann kann eine Frau nicht aus dem Gedächtnis verbannen - selbst wenn er nur vor der Kamera herhalten musste: Noch heute erinnert sich Barbara Wussow daher gut an ihre Küsse mit Sascha Hehn in der "Schwarzwaldklinik". "Sascha Hehn war mein erster Filmmann, daran denkt man als Frau immer gerne zurück. Seine Küsse bleiben unvergesslich", sagte die 48-jährige Schauspielerin, die jahrelang die Rolle der Lernschwester Elke übernahm. Ihr Vater Klausjürgen Wussow (1929-2007) spielte Professor Brinkmann, Sascha Hehn dessen Sohn.

"Im wirklichen Leben küsse ich allerdings nur meinen Ehemann. Und das ist auch nicht schlecht", betonte die gebürtige Österreicherin.

Die ZDF-Serie "Die Schwarzwaldklinik" gilt noch immer als die erfolgreichste deutsche Fernsehunterhaltungsserie. Professor Brinkmann und Oberschwester Hildegard waren die deutsche Antwort auf US-Serien wie "Dallas" und "Denver-Clan". Bis zu 28 Millionen Menschen saßen in den achtziger Jahren vor den Fernsehapparaten.

Barbara Wussow hat mit der "Schwarzwaldklinik" ihre Karriere begonnen - und war von der ersten bis zur letzten Folge dabei. "Die Rolle hat mich geprägt. Es gibt viele Menschen, die mich noch heute darauf ansprechen. Obwohl es schon so lange Vergangenheit ist", so Wussow.

Anfangs hagelte es "bittere Kritik" an der Klinik-Serie

Vor genau 25 Jahren, im August 1984, begannen in der Schwarzwald-Gemeinde Glottertal bei Freiburg die Dreharbeiten. Auch international wurde die Serie ein Erfolg. Sie wurde in 43 Ländern ausgestrahlt und gehört damit zu den deutschen TV-Bestsellern im Ausland. Heute hat sie Kultstatus. Allein im deutschen Fernsehen wurde sie schon zehnmal wiederholt.

"Die Schwarzwaldklinik war ein Phänomen, wie wir es in Deutschland zuvor nie hatten und auch nicht wieder haben werden", sagt der Produzent der Serie, Wolfgang Rademann. Der heute 74-Jährige ließ sich von der tschechischen Fernsehserie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" inspirieren, die Ende der siebziger Jahre entstand. Er schuf die "Schwarzwaldklinik" und produzierte sie für das ZDF. Für den Sender hatte er bereits 1981 die Reihe "Traumschiff" erfunden.

"Wir haben uns gerade in der Anfangszeit bittere Kritik anhören müssen", sagt Rademann. Intellektuellen war der Stoff zu seicht, Mediziner kritisierten die fehlende Fachkenntnis der Fernseh-Ärzte. Doch die Zuschauer waren begeistert.

"Deutschland stand Kopf", erinnert sich auch Barbara Wussow. "Die Schwarzwaldklinik wurde zu einem Blockbuster, wie man heute sagen würde, und für viele kommende Arztserien zum Wegbereiter."

Allein in Deutschland wurden nach dem Ende der "Schwarzwaldklinik" mehr als 25 Ärzteserien ins Fernsehen gebracht. Den Erfolg des Vorbilds schaffte keine.

Insgesamt wurden 73 Folgen produziert. 1989, fünf Jahre nach dem Beginn der Dreharbeiten, war Schluss. 2004 und 2005 wurden zwar zwei neue Episoden gedreht. Doch einen Neustart lehnt Produzent Rademann ab. "Eine Wiederbelebung würde dem alten Format schaden. Das möchte ich vermeiden", sagt Rademann. Doch die Fans der Serie wollen sich damit nicht abfinden. Sie haben europaweit mehr als 21.000 Unterschriften für eine Fortsetzung der Serie gesammelt.

Bislang jedoch ohne Erfolg.

jjc/ddp/dpa

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