London - Der "Gandalf" in der "Herr der Ringe"-Trilogie ist in vielerlei Hinsicht die Rolle seines Lebens, die Rolle, die Ian McKellen, 70, enorme Popularität verschaffte. Ein alter Magier, der nie um einen weisen Rat verlegen ist - mit seiner eigenen Lebenssituation habe das allerdings nicht viel zu tun, sagte McKellen dem britischen Männermagazin "Details".
Dennoch möge er die Rolle. "Ich weiß, wenn ich mal sterbe, werden Boulevardzeitungen wie der Londoner 'Evening Standard' schreiben: 'Gandalf ist tot'", sagte McKellen. "Aber das ist schon in Ordnung. Wenn ich auch keine eigenen Kinder habe - durch diese Rolle habe ich so viele Enkelkinder gewonnen."
Als Schwuler sei es für einen Mann seiner Generation undenkbar gewesen, eine Familie zu gründen. Das ganze Leben sei von diesem "schrecklichen Geheimnis" beherrscht gewesen, so McKellen.
Er habe sich bis zu seinem Outing im Alter von 49 Jahren als Mensch zweiter Klasse gefühlt. "Ich lebte außerhalb Londons, schwule Bars oder Clubs gab es nirgends. Wenn man einen fand, hieß es: 'Dreimal klopfen und nach Louis fragen.' Man konnte ein bisschen ahnen, wie es für Juden gewesen sein muss, während einer bestimmten Zeit in Mitteleuropa zu leben. Es war furchtbar."
Es stimme zudem, was man sich von ihm erzähle - aus Bibeln, die er in Hotels findet, reißt er die Seite mit der Passage aus dem 3. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 22 heraus, in der Homosexualität verurteilt wird ("Du sollst nicht beim Mann liegen wie beim Weibe, denn es ist ein Gräuel").
"Ich bin nicht stolz darauf, dass ich Bibeln verunstalte", sagte McKellen, "aber die Alternative wäre, die ganze Bibel wegzuschmeißen."
pad
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