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20.11.2009
 

Kronprinz in der Krise

Willem-Alexander gibt Villa in Afrika auf

Hang zum Heimatland: Europäische Royals im Urlaub
Fotos
REUTERS

Auch ein König in spe kann noch lange nicht bauen, wo er will. Der niederländische Kronprinz Willem-Alexander geriet mit seinem Traum von einem Ferienschlösschen in Mosambik unter Druck. Jetzt hat er die Konsequenzen gezogen.

Amsterdam - Die Liebe zu Afrika hat Hollands Thronfolger von seinem deutschen Vater geerbt. Immer wieder schwärmte Prinz Claus, der viele Jahre seiner Kindheit in Tansania verbracht hatte, dem Sohn von der wilden Romantik des "dunklen Kontinents" vor. Doch Liebe kann blind machen. Gerade noch rechtzeitig hat Kronprinz Willem-Alexander das gemerkt. Nach monatelanger Kritik seiner erbosten Untertanen gab der künftige König der Niederlande am Freitag den Traum von einer Ferienvilla in Afrika auf.

Unmittelbar am Indischen Ozean und in der Nachbarschaft von Elefantenherden entsteht auf der Halbinsel Machangulo ein Villenpark für Millionäre. 2007 hatten Willem-Alexander, 42, und seine argentinische Frau Máxima, 38, sich dort eingekauft. Anfangs gönnten die Niederländer dem Sohn von Königin Beatrix, 71, seine romantische Ader. Doch das "Projekt Machangulo" entwickelte sich zu einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen.

Den Anfang machte eine lancierte Falschmeldung. Eine Zeitung schrieb, zur Sicherung des Afrika-Urlaubs des Kronprinzen müsse ein Kriegsschiff der niederländischen Marine vor Mosambik kreuzen. Das wurde glaubhaft dementiert, doch die Frage nach den Folgekosten der privat finanzierten Villa für den Steuerzahler war nun in der Welt.

Wegen Betrugsverdachts ermittelt

Danach rissen Negativmeldungen nicht mehr ab. Gegen den Projektentwickler wurde in Südafrika wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt. Hilfszusagen für die bettelarme Bevölkerung der Halbinsel seien nicht eingehalten worden. Im Streit darüber sei es auf Machangulo zu Schießereien gekommen, hieß es.

Doch den größten Imageschaden erlitten die Royals als bekannt wurde, dass die Regierung wegen der Finanzkrise Ausgaben für staatliche Leistungen - darunter für Polizei und Feuerwehr - um bis zu ein Viertel kürzte, während dem Königshaus eine Steigerung seines Etats um 3,5 Prozent zugebilligt wurde. Plötzlich herrschte rings um das früher so beliebte Königshaus "eine grimmige Atmosphäre", konstatierte die Zeitung "de Volkskrant".

Im Parlament wurde unüberhörbar die Frage nach Sinn und Zweck der Monarchie und deren Finanzierung in Zeiten der Wirtschaftskrise gestellt. Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende sah sich gezwungen, der königlichen Familie - mit Ausnahme der Monarchin und des Thronfolgers - private Flüge auf Kosten des Staates zu streichen.

Am Ende ließ selbst die eigentlich königstreue Oranier-Vereinigung den Kronprinzen im Stich. Eine Luxusvilla in einem der ärmsten Länder der Welt sei für den künftigen König der Niederlande "unangebracht", erklärte sie.

Nun beugte sich der Prinz, mürrisch und uneinsichtig: In seiner Mitteilung, er werde die Villa verkaufen, gab er den Medien die Schuld. Die hätten jedes kleine Problem ausgeschlachtet. Das habe ihn "enorm viel Zeit und Energie gekostet, die gerade in diesen Zeiten der Krise für andere Aufgagen dringend gebraucht werden".

jdl/dpa

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