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22.11.2009
 

Hammer-Preis

Jackson-Handschuh für 420.000 Dollar versteigert

Versteigerung: Devotionalien des "King of Pop" unterm Hammer
Fotos
dpa

Es ist ein Fetzen Stoff - glitzernd zwar - aber objektiv betrachtet von überschaubarem Wert: Ein Handschuh, den Michael Jackson bei der ersten Präsentation des Moonwalk trug, ist für eine Rekordsumme unter den Hammer gekommen. Im Vergleich dazu gab es Elvis-Devotionalien zum Schnäppchenpreis.

New York/Los Angeles - Fünf Monate nach seinem Tod steht der "King of Pop" hoch im Kurs: Der Handschuh, den Michael Jackson 1983 bei seinem berühmten Moonwalk-Auftritt trug, wechselte für insgesamt 420.000 Dollar (283.500 Euro) den Besitzer. Zum Kaufpreis von 350.000 Dollar kamen noch 70.000 Euro an Steuern und Gebühren.

Die Veranstalter der Auktion im New Yorker Hard Rock Cafe am Samstag hatten den Schätzwert vorab bei 40.000 bis 60.000 Dollar angesetzt. Doch der Käufer strahlte - auch wenn er ein Vielfaches bezahlte. "Das war ein Schnäppchen, wir hatten uns auf mehr eingestellt", sagte der chinesische Geschäftsmann Hoffman Ma der Zeitung "New York Daily News".

Er wolle das Sammlerstück in einem Hotel in Macau nahe Hongkong zur Schau stellen, sagte der 36-jährige Jackson-Fan. Nach US-Medienberichten überschlugen sich die Gebote und stiegen schnell auf über 200.000 Dollar an.

Bei der Auktion kamen Gegenstände von über 68 Musikern und Entertainern unter den Hammer. "Michael Jackson war eindeutig der Star der Show", sagte Martin Nolan vom Auktionshaus Julien's in einer Mitteilung.

Eine Gitarre von Johnny Cash brachte über 37.000 Dollar ein, eine Jacke von Elvis Presley wechselte für 20.000 Dollar den Besitzer. Für Jacksons handgeschriebenen Text des Songs "Beat It" zahlte ein Fan 60.000 Dollar, für einen Hut von Jacksons "Victory"-Tour über 27.000 Dollar. Eine von Jackson während der "Bad"-Tour 1989 getragene Jacke brachte 270.000 Dollar ein, mehr als das 20-fache des Schätzwertes.

Jackson hatte die Auktion vor seinem Tod versucht zu verhindern

Den berühmten Glitzerhandschuh - das Schmuckstück der Auktion - trug Jackson ausnahmsweise an seiner linken Hand, als er im Rahmen einer Motown-Gala 1983 auf die Bühne trat. Zu dem Song "Billie Jean" präsentierte er damals seinen legendären Moonwalk-Tanzschritt. Nach dem Auftritt gab er Walter "Clyde" Orange, einem Gründungsmitglied der Band Commodores, den Handschuh als Geschenk. Orange hatte den Sänger eigentlich um ein Autogramm gebeten.

Für die Versteigerung hatten sich nach Angaben des Veranstalters 3500 Bieter registrieren lassen.

Die angebotenen Sammlerstücke stammten von Jacksons Kollegen und Fans. Julien's Auctions hatte im April ursprünglich 1400 Objekte aus dem Privatbesitz Jacksons versteigern wollen. Die Auktion wurde kurzfristig abgesagt. Jackson hatte damals vor Gericht geltend gemacht, der Versteigerung nie zugestimmt zu haben.

Ermittlungen gegen Leibarzt erst 2010

Die Ermittlungen gegen den Leibarzt des Sängers werden nach Angaben der Polizei in Los Angeles bis zum nächsten Jahr andauern. "Die Entscheidung fällt 2010. Sie wird nicht mehr in diesem Jahr getroffen", sagte POlizeichef Patrick Gannon der US-Zeitschrift "People" über eine mögliche Verhaftung und Anklage von Conrad Murray. "Wir nehmen uns viel Zeit um sicherzustellen, dass alles korrekt abläuft."

Seit Jacksons plötzlichem Tod am 25. Juni steht dessen Privatarzt, der 56 Jahre alte Kardiologe Murray, im Visier der Polizei. Er hatte zu Protokoll gegeben, Jackson auf dessen Verlangen Propofol gegeben zu haben. Der Sänger litt an schweren Schlafstörungen und hatte in der Nacht vor seinem Tod trotz der vielen Beruhigungspillen keine Ruhe finden können. Propofol wird normalerweise nur in Krankenhäusern gespritzt und erfordert die ständige Überwachung des Patienten. Letzte Woche wurde bekannt, dass Murray Mitte Mai das Narkosemittel in Las Vegas bestellte und nach Los Angeles schicken ließ.

Nach dem amtlichen Ergebnis der Gerichtsmedizin von Los Angeles wurde Jackson nicht Opfer eines tragischen Unfalls, sondern eines Tötungsdelikts. Eine "akute Vergiftung" mit dem Narkosemittel Propofol sei die Ursache für das Herzversagen gewesen, lautete der im August veröffentlichte Befund. Ob ein Vorsatz für das Tötungsdelikt vorlag oder Jacksons Tod im Alter von nur 50 Jahren durch Nachlässigkeit verursacht wurde, muss die Justiz klären. Sängerin Janet Jackson gab Murray kürzlich die Schuld am Tod ihres Bruders.

Murrays Aussage zufolge war er nicht der erste Mediziner, von dem Jackson Propofol erhielt. Andere Ärzte, darunter auch Kollegen in Deutschland, hätten ihm ebenfalls das Narkosemittel gespritzt. Murray war seit Mai für monatlich 150.000 Dollar bei Jackson angestellt und sollte ihn auch zu seinen geplanten Konzerten in London begleiten.

han/dpa/AP/ddp

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