London - Patrick Stewart, 69, gilt als einer der erfolgreichsten britischen Schauspieler, seit Jahrzehnten begeistert er in Theater und Film, die Rolle als kahlköpfiger Captain Jean-Luc Picard in "Star Trek" bescherte ihm weltweit eine Fangemeinde.
Das Trauma seines Lebens ist eine durch Gewalt und Angst bestimmte Kindheit. In der britischen Zeitung "Guardian" hat Stewart seine Erfahrungen geschildert.
Sein Vater, so Stewart, sei ein Mann der Widersprüche gewesen: Ein hoch dekorierter Offizier im Zweiten Weltkrieg, geachtet und beliebt bei Kameraden, sei er daheim jedoch ein unberechenbarer Tyrann gewesen, "hilflos seinen Emotionen ausgeliefert" - besonders, wenn er getrunken hatte.
"Freitagabend, wenn die Pubs schlossen, erwarteten wir seine Heimkunft voller Furcht. Ich lauschte auf seine Stimme. Soldatenlieder waren kein gutes Zeichen, das Schlimmste war Schweigen. Ich konnte nur schlafen, wenn er schlief; solange er wach war, waren Mutter und ich in Gefahr."
Er habe sich geschämt, weil die Nachbarn mit anhören konnten, wie sein Vater die Mutter verprügelte, so Stewart. "Der Terror und das Leid, das er verursachte, waren so gravierend - wenn ich sicher gewesen wäre, dass es gelingt, hätte ich ihn umgebracht."
Unter den Folgen dieser Erlebnisse leide er bis heute, so Stewart. Seine Tendenz, sich abzuschotten und sich anderen Menschen gegenüber zu verschließen, schreibt er den Kindheitserfahrungen zu.
Der Schauspieler engagiert sich heute bei der Organisation "Refuge", die Opfer häuslicher Gewalt in Großbritannien unterstützt.
pad
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