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03.12.2009
 

Jacques terrible

Chiracs Frau klagt über Macho-Allüren

Jacques Chirac: "Manchmal nervte er mich zigmal am Tag"
Fotos
REUTERS

Bernadette und Jacques Chirac, seit Jahrzehnten verheiratet, siezen sich nach der noblen Tradition des französischen Großbürgertums noch immer: Was Kritik an ihrem Gatten angeht, hält sich die 76-Jährige jedoch gar nicht vornehm zurück. Ganz im Gegenteil.

Paris - Bernadette Chirac hat sich über die Macho-Allüren ihres Mannes Jacques beschwert. "Er bleibt ein Mann aus der Region Limousin, der denkt, der Platz der Frau sei stehend hinter dessen Stuhl, um zu dienen", sagte die 76-Jährige der Zeitschrift "Paris Match". Wenn ihr Mann koche, dann mache er jede Menge Geschirr schmutzig und nörgele, wenn sie ihm nicht schnell genug helfe, erzählte Bernadette Chirac. "Grauenhaft", meinte die Frau des französischen Ex-Präsidenten.

Er könne es auch schlecht vertragen, wenn sie ihn allein lasse, um ihren eigenen Beschäftigungen nachzugehen. "Manchmal nervte er mich zigmal am Tag am Telefon", sagte sie. Zusammen Fernsehen gehe auch nicht. "Er fängt an zu philosophieren, so dass ich nicht mehr zuhören kann", klagte sie. Außerdem sei er der "König des Zappens" und wolle ständig sehen, was sich auf den anderen Sendern tut.

Bernadette hatte ihrem Mann kürzlich zu dessen 77. Geburtstag gemeinsam mit ihrem einzigen Enkel Martin, 13, und einem befreundeten Fernsehmoderator einen kleinen Malteser-Hund geschenkt. Die Chiracs hatten sich von ihrem vorigen Schoßhündchen Sumo trennen müssen, weil er nach dem Auszug aus dem Elysée-Palast den großen Garten vermisste und bissig wurde. Der neue Hund werde ihn an Sumo erinnern. "Er wird ihn dressieren, es ist sein Hund", meinte Bernadette. "Außer wenn er raus muss, darum muss ich mich natürlich kümmern."

Chirac selbst hat über Privates immer eisern geschwiegen. In jenen großbürgerlichen Kreisen, in die er aufgestiegen war, tue man so etwas nicht, ließ er einst verlautbaren.

Seine leidgeprüfte Frau Bernadette, mit der er sich in der Tradition des französischen Großbürgertums noch immer siezt, war in der Hinsicht immer gesprächiger. Auch über die amourösen Abenteuer ihres Mannes ließ sie sich in der Öffentlichkeit aus. So sagte sie einem Bericht der "Bunten" zufolge einmal: "Also mit den Mädchen, das ging im Galopp. Die Macht ist sehr anziehend und mein Mann attraktiv. Es kam auch der Punkt, an dem ich über Scheidung nachgedacht hatte. Aber, nun ja, wir hatten die Familie und ein gemeinsames Ziel."

Erst kürzlich sorgte die Autobiografie des Ex-Präsidenten in Frankreich für Wirbel: 19 Jahre lang hatte Chirac zum Drama um seine Tochter Laurence, 51, geschwiegen. Mit 32 hatte sie sich vom Balkon ihrer Pariser Wohnung gestürzt, seither lebt sie schwerstbehindert in einem Heim. Jahrelang war ihr Schicksal ein Tabuthema in der Öffentlichkeit. 1993 hieß es sogar, sie sei gestorben. Tausende Kondolenzschreiben erreichten die Familie Chirac.

Chirac war von 1977 bis 1995 Oberbürgermeister von Paris. Von 1995 bis 2007 war er Staatspräsident von Frankreich.

jjc/dpa

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