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17.12.2009
 

Berlusconi aus Klinik

Lädierter Cavaliere

Silvio Berlusconi: Cavaliere als Phantom
Fotos
REUTERS

Vier Tage nach dem Anschlag auf Silvio Berlusconi konnte der verletzte italienische Premier das Krankenhaus nun verlassen - mit großem Pflaster im Gesicht. Die deutsche Kanzlerin erhielt von ihm einen besonderen Vertrauensbeweis.

Mailand - Noch immer gezeichnet von der Gewaltattacke eines geistig verwirrten Angreifers, der ihm am Sonntag eine Miniatur des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen und ihn schwer verletzt hatte, hat der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Donnerstag das Krankenhaus verlassen.

Der 73-Jährige winkte wartenden Reportern aus der schwarzen Limousine zu, mit der er in seine Privatvilla in Mailand gebracht wurde. Berlusconi hatte einen kleinen Verband auf der Nase und eine größere Kompresse auf der linken Wange. Ein Look, der ans "Phantom der Oper" erinnerte.

Berlusconi winkte schwach und blickte düster drein, als seine Wagenkolonne vom Krankenhaus davonfuhr. Mit der Hand drückte er etwas, das wie ein weißes Taschentuch oder ein Verband aussah, gegen sein Gesicht.

Zur Uno-Klimakonferenz nach Kopenhagen vermag der Regierungschef nicht zu reisen - er übertrug sein Stimmrecht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE der deutschen Kanzlerin Angela Merkel.

An seiner Villa, die von der Polizei weiträumig abgeschirmt wurde, prangte ein Spruchband mit der Aufschrift "Willkommen zu Hause". Berlusconis Arzt Alberto Zangrillo sagte, der Regierungschef habe im Krankenhaus eine "ruhige" Nacht "ohne Schmerzen" verbracht.

Berlusconi hatte bei der Attacke einen Nasenbeinbruch erlitten, außerdem wurde ihm die Oberlippe aufgeschlagen und zwei Zähne brachen ab. Der sofort festgenommene 42-jährige Täter Massimo T. entschuldigte sich mittlerweile bei Berlusconi. Dem Antrag seiner Verteidiger, ihn in eine psychiatrische Klinik zu verlegen, wurde am Mittwoch nicht entsprochen. T. blieb weiter in Haft.

pad/AFP/dpa

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Immunitätsgesetze in Italien

"Lex Berlusconi"

Der italienische Regierungschef, der Staatschef und die Präsidenten der beiden Parlamentskammern sollten während ihrer Amtszeit Immunität genießen und nicht strafrechtlich verfolgt werden können – das besagten zwei praktisch identische Immunitätsgesetze, die unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi 2003 bzw. 2008 verabschiedet worden waren.
Doch das italienische Verfassungsgericht erklärte das erste der Gesetze, den "Lodo Schifani", 2004 für verfassungswidrig und damit unwirksam. 2009 folgte die danach erlassene Regelung, der "Lodo Alfano".
Die Immunitätsgesetzgebung ist höchst umstritten: Die Opposition hatte gegen die Regelung protestiert und sie als "Lex Berlusconi" verurteilt. Zwar gibt es auch in anderen Ländern wie Frankreich, Portugal und Griechenland ähnliche Gesetze. Die Immunitätsgesetze in Italien wurden jedoch auf Drängen von Regierungschef Berlusconi erlassen und führten dazu, dass gegen ihn laufende Verfahren wegen Bestechung und Steuerhinterziehung für die Dauer seiner Amtszeit ausgesetzt wurden und damit zum Teil zu verjähren drohen.

"Lodo Schifani"

"Lodo Alfano"


Aus SPIEGEL 27/2003

A. Scattolon / A3 / Contrasto / Agentur Focus
Silvio Berlusconi - Der Pate

Die Akte Berlusconi

Die deutschen Geschäfte des Silvio B.

Leoluca Orlando über Berlusconi






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