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18.12.2009
 

"Goldfisch, Schirmständer"

Kritiker verhöhnen Keira Knightley nach Theaterpremiere

Keira Knightley muss jetzt ganz tapfer sein. Die erfolgsverwöhnte Hollywood-Schauspielerin wagte sich in einer Molière-Adaption auf die Theaterbühne - die Reaktionen der Kritiker waren vernichtend.


London - Was hat Keira Knightley, 24, nur an sich, dass sie Zeitgenossen stets zu so heftigen Reaktionen hinreißt? Sei es, wenn es um ihre äußere Erscheinung geht - das Wort "Magerwahn" wird hier gern benutzt - oder auch, wenn ihre Leistung beurteilt wird.

Die Schauspielerin, berühmt geworden durch die knallbunte "Fluch der Karibik"-Kinotrilogie, erntete nach der Premiere einer Adaption des "Menschenfeinds" von Molière in London vernichtende Kritik.

Ihr Mangel an Bühnenerfahrung sei manchmal so offensichtlich, dass es weh tue, schrieb der "Daily Express" nach der Aufführung am Londonder Comedy-Theater am Donnerstagabend. Ihre Darbietung - Knightley spielt eine ambitionierte amerikanische Schauspielerin - reiche an ihre Schönheit bei weitem nicht heran.

"Sie hat das Charisma eines Goldfischs", legte die "Daily Mail" nach. Knightleys Leistung liege kaum über Durchschnitt, sei einfach "langweilig".

Die "Times" hat auch gleich den Grund für die schlechte Performance der Hollywood-Schönheit ausgemacht: "Zum Teil ist die Ursache physischer Natur. Sie ist zerbrechlich, fein, so dünn, dass man sie in einen Schirmständer stellen kann."

Ein Kollege vom "Telegraph" wäre am liebsten sofort nach der Aufführung hinter die Bühne gegangen - nicht nur, um der 24-Jährigen zu gratulieren, sondern vor allem "um ihr etwas zu essen aufzuzwingen". Knightley sei besorgniserregend dünn. "Als ihr Partner ihr eine Ohrfeige gab, hatte man Angst, der Schlag könnte dieses kleine Persönchen zu Boden fegen", schrieb der Kritiker. "Was sie ganz dringend braucht, sind ein paar Donuts und Cheeseburger."

Doch einige Kritiken fanden gute Worte. In der zweiten Hälfte entwickele sie Kraft und Schärfe, heißt es im "Daily Telegraph". Und "The Guardian" lobte: "Sie ist wirklich auf der Bühne präsent und weiß sie zu nutzen."

Die Schauspielerin selbst hatte schon vor der Premiere geäußert, dass sie nicht damit rechne, mit guten Kritiken davonzukommen. Aber: "Ich dachte, wenn ich jetzt nicht Theater spiele, dann wird meine Angst davor zu groß. Also habe ich mir gedacht, ich spring einfach ins kalte Wasser und versuch es mal."

Das Stück läuft noch bis zum 13. März.

siu

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