Hannibal Gaddafi, 33 Jahre alt, ist das schwarze Schaf einer Familie, die selten positive Schlagzeilen macht. Der Sohn des libyschen Staatschefs fällt für gewöhnlich weniger als Musikliebhaber, denn als Rüpel auf.
An Weihnachten wurde die britische Polizei laut "Guardian" in Gaddafis Suite in einem Londoner Hotel gerufen. Aus dem Zimmer waren laute Schreie zu hören. Nach Aussage von Augenzeugen fanden die Beamten Gaddafis Frau Aline in dem Zimmer vor: eingesperrt in einen von Bodyguards umstellten Raum, mit stark blutendem Gesicht und einer gebrochenen Nase. Sie sei unglücklich gefallen, es habe sich um einen Unfall gehandelt, gab die Frau später zu Protokoll.
Interventionen des Vaters
Einer Strafverfolgung entkommt der Despotenspross, der auch schon in Frankreich und der Schweiz für Ärger sorgte, für gewöhnlich dank der diplomatischen Interventionen seines Vaters. Man beruft sich auf seine Immunität. So kam er beispielsweise 2001 ungeschoren davon, obwohl er drei italienische Polizisten mit einem Feuerlöscher attackiert hatte.
Einzig die Schweiz zeigte Hannibal Gaddafi im Jahr 2008 seine Grenzen auf: Weil er und seine Frau gemeinsam Angestellte verprügelt haben sollen, nahm man das Paar für zwei Tage in Untersuchungshaft.
Es folgten diverse Repressalien: Gaddafi senior drehte der Schweiz den Ölhahn zu, hob hohe Geldsummen von seinen schweizerischen Bankkonten ab - und ließ schließlich zwei Geschäftsleute festnehmen. Bei der Uno setzt er sich dann für die Tilgung der Schweiz von der Landkarte ein.
Der "Guardian" fragt sich nun, ob Beyoncé vielleicht Konsequenzen in vergleichbarer Heftigkeit fürchtete - für den Fall, dass sie den Auftritt abgesagt hätte.
Vielleicht hat sie sich auch einfach gedacht: Geld stinkt nicht.
han
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