ThemaBeyoncé KnowlesRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
08.01.2010
 

Beyoncé und der Diktatorensohn

Singen, tanzen, kassieren

Beyoncé Knowles fand sich Silvester auf der Karibikinsel Saint-Barthélemy wieder - sie hatte zu arbeiten. Bemitleiden muss man die Sängerin trotzdem nicht: Für ihren einstündigen Auftritt erhielt die Dame satte zwei Millionen Dollar - aus zwielichtiger Quelle.


Hamburg - Geld stinkt nicht, heißt es. Hätte Geld aber einen Geruch, dann miefte die jüngste Gage von Beyoncé Knowles vom Strand Saint-Barthélemys bis zum Himmel - und zurück. Die Sängerin, deren Vermögen gemeinsam mit dem ihres Mannes, dem Rapper Jay-Z, auf eine Milliarde Dollar geschätzt wird, war sich jüngst nicht zu schade, für den Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi aufzutreten. Immerhin spülte die einstündige Performance laut einem Bericht des "Guardian" weitere zwei Millionen Dollar auf ihr Konto.

Hannibal Gaddafi, 33 Jahre alt, ist das schwarze Schaf einer Familie, die selten positive Schlagzeilen macht. Der Sohn des libyschen Staatschefs fällt für gewöhnlich weniger als Musikliebhaber, denn als Rüpel auf.

An Weihnachten wurde die britische Polizei laut "Guardian" in Gaddafis Suite in einem Londoner Hotel gerufen. Aus dem Zimmer waren laute Schreie zu hören. Nach Aussage von Augenzeugen fanden die Beamten Gaddafis Frau Aline in dem Zimmer vor: eingesperrt in einen von Bodyguards umstellten Raum, mit stark blutendem Gesicht und einer gebrochenen Nase. Sie sei unglücklich gefallen, es habe sich um einen Unfall gehandelt, gab die Frau später zu Protokoll.

Interventionen des Vaters

Einer Strafverfolgung entkommt der Despotenspross, der auch schon in Frankreich und der Schweiz für Ärger sorgte, für gewöhnlich dank der diplomatischen Interventionen seines Vaters. Man beruft sich auf seine Immunität. So kam er beispielsweise 2001 ungeschoren davon, obwohl er drei italienische Polizisten mit einem Feuerlöscher attackiert hatte.

Einzig die Schweiz zeigte Hannibal Gaddafi im Jahr 2008 seine Grenzen auf: Weil er und seine Frau gemeinsam Angestellte verprügelt haben sollen, nahm man das Paar für zwei Tage in Untersuchungshaft.

Es folgten diverse Repressalien: Gaddafi senior drehte der Schweiz den Ölhahn zu, hob hohe Geldsummen von seinen schweizerischen Bankkonten ab - und ließ schließlich zwei Geschäftsleute festnehmen. Bei der Uno setzt er sich dann für die Tilgung der Schweiz von der Landkarte ein.

Der "Guardian" fragt sich nun, ob Beyoncé vielleicht Konsequenzen in vergleichbarer Heftigkeit fürchtete - für den Fall, dass sie den Auftritt abgesagt hätte.

Vielleicht hat sie sich auch einfach gedacht: Geld stinkt nicht.

han

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles aus der Rubrik Leute
alles zum Thema Beyoncé Knowles

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP