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19.02.2010
 

Tiger Woods

Der Sorrynator

Pathetisch, schwülstig, amerikanisch: Tiger Woods öffentliche Entschuldigung für seine privaten Eskapaden war ein demütigendes Stück Sportgeschichte: "Ich brauche Hilfe", flehte der Golfer.

Jacksonville - Am Ende hatte man den Eindruck, Tiger Woods habe ein Kapitalverbrechen begangen, jemanden überfahren oder Drogen an Minderjährige verkauft. 15 Minuten lang flehte der reichste Sportler der Welt um öffentliche Vergebung, er kroch zu Kreuze, ein gebrochener Mann mit dünner Stimme und unsicherem Blick, der immer wieder jammerte: "Es tut mir so leid."

Aber worum ging es gleich?

Richtig. Woods hatte einige außerehelichen Affären, was nicht nett ist, aber welcher Profisportler, Spitzenpolitiker, Fernsehmoderator kann schon von sich behaupten, er habe wirklich immer, immer, immer in felsenfester, unverbrüchlicher Treue zu seiner Gattin gestanden? Eben.

Nun ja, Tiger Woods ist eben nicht George Best, und wer im öffentlich asexuellen Amerika Milliarden verdienen oder gar ein Vorbild sein will, muss bitte schön auch im Schlafzimmer sauber bleiben - erst recht im Büro, wie Bill Clinton nun weiß.

"Ich war nicht treu"

"Mein unverantwortliches und egoistisches Verhalten tut mir zutiefst leid", sagte Woods daher am Freitag in Florida. "Ich war nicht treu, ich hatte Affären, ich bin fremdgegangen." Er sei Ende 2009 45 Tage lang stationär in Therapie gewesen.


"Es ist hart, zuzugeben, dass ich Hilfe brauche", sprach die golfende Menschmaschine und gab noch etwas mehr Emotion in die Stimme: "Ich habe noch einen langen Weg vor mir." Er bemühe sich mit seiner Frau Elin Nordegren, die dem öffentlichem Kotau offenbar nicht beiwohnen mochte, die Ehe zu retten.

Natürlich gingen diese Dinge ohnehin nur ihn und seine Gattin etwas an, teilte der Sportler der Weltöffentlichkeit mit und erklärte dann, wie und warum es zu seinen "dummen", "peinlichen", "enttäuschenden" Affären mit Kellnerinnen, Pornodarstellerinnen und Nachtclubludern hatte kommen können. Er sei selbstsüchtig gewesen, arrogant und egoistisch.

"Ich glaubte, nicht den normalen Regeln folgen zu müssen. Ich habe hart gearbeitet und dachte, all die Versuchungen um mich herum verdient zu haben. Ich dachte, ich hätte ein Anrecht darauf. Dank meines Ruhms und meines Geldes musste ich nicht lange suchen, um etwas zu finden", barmte Woods.

"Charakter und Anstand"

Nun aber müsse er seine Kraft auf die Neujustierung seines Privatlebens richten, um "ein besserer Mensch" zu werden. "Es ist nun an mir, ein anständiges Leben zu beginnen", sagte er. "Leistungen auf dem Golfplatz zählen nur zum Teil, wenn es darum geht, ein Vorbild zu sein. Was wirklich zählt, sind Charakter und Anstand."

Woods erklärte seine Absicht, in den Profi-Sport zurückzukehren. "Ich weiß allerdings nicht, wann das sein wird", fügte er hinzu. Der Ausnahmegolfer hatte seine Karriere Ende vergangenen Jahres ausgesetzt, nachdem zahlreiche Affären ans Tageslicht gekommen waren. Woods entschuldigte sich damals auf seiner Website für sein Verhalten, pochte jedoch auf seine Privatsphäre und vermied öffentliche Auftritte.

Am Ende seiner Ansprache, in der er es nicht versäumt hatte, sich auch bei seinem Sponsor zu entschuldigen, fiel Woods noch vor laufenden Kameras mehreren Menschen in die Arme - zuallererst seiner Mutter.

jdl/AP/AFP

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insgesamt 39 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
20.02.2010 von recardo: .

Es ist für mein Dafürhalten, völlig unnötig daraus eine Nachrichtenmeldung zu machen. Ab in die fünfte Unterseite mit so einem bigottem Quatsch. mehr...

20.02.2010 von maxipenz: was heißt denn hier

... finanzieller verlust bei ca. 1,3 MILLIARDEN dollar, die dieser herr angespart hat - da dürfen dann auch mal ein paar milliönchen weniger reinkommen, ohne dass man gleich hungern muss. nein, die lüge geht konform mit dem [...] mehr...

20.02.2010 von helivox: Image

Zumindest ich kenne den Inhalt seiner Verträge nicht. Dass er jedoch sein gesamtes Vermögen, an wen auch immer, zurückgeben muss, ist nicht zu befürchten. Der einzige "Knebel" ist der Verlust seines Images und der [...] mehr...

20.02.2010 von Louis_XVI: typisch amerikanisch

Auch wenn es nicht typisch amerikanisch ist, weil nicht 100% aller Amerikaner in Tiger Woods ein Sexmonster sehen, so scheint doch ein öffentliches Interesse zu bestehen, sonst würden die Medien die Berichterstattung [...] mehr...

20.02.2010 von Karabiner: ...

Glauben sie allen Ernstes, dass man Mr. Woods so einfach die Millionen von Dollars für ein bißchen Werbung auf sein Konto überweist? Oder das man ihn einfach "nur" golfen lässt? Nein, er hat Knebelverträge [...] mehr...

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