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01.03.2010
 

Kopfstoß-König Zidane

Lieber sterben als entschuldigen

Zinédine Zidane: Der Kopfstoß-König
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dpa

Seine Attacke gegen Marco Materazzi ging in die Geschichte des Fußballs ein. Mit einem Kopfstoß streckte Zinédine Zidane den Italiener auf dem Spielfeld nieder. Aber sich entschuldigen? Niemals! Nicht bei diesem Typ, sagt Zidane. Und er hat seine Gründe.

Madrid - Er war einer der besten Spieler in der Geschichte des Fußballs, doch sein Abschied war unrühmlich: Im letzten Spiel seiner Karriere, dem WM-Finale 2006 gegen Italien, flog Frankreichs Superstar Zinédine Zidane vom Platz. Er hatte Marco Materazzi mit dem wohl berüchtigsten Kopfstoß der Sportgeschichte niedergestreckt. Bei dem Italiener hat er sich bis heute nicht entschuldigt. Und wenn man seinen jüngsten Äußerungen glauben schenken darf, wird er das auch nie tun.

"Das würde mich entehren. Lieber würde ich sterben", sagte Zidane der spanischen Zeitung "El País". "Ich bitte den Fußball, die Fans und die Mannschaft um Vergebung, aber niemals ihn", so der 37-Jährige.

Nach Zidanes Aussetzer in der 109. Minute verlor Frankreich 3:5 im Elfmeterschießen. Zidane hatte seinen Angriff damit begründet, dass Materazzi auf dem Platz mehrmals seine Mutter und seine Schwester beleidigt habe. Der Vorfall hatte in Frankreich großes Aufsehen erregt.

Nun gab Zidane neue Details bekannt. Seine Mutter sei damals im Krankenhaus gewesen. Er habe zwar schon oft Beleidigungen gegen sie ignoriert, aber Materazzi habe einen "schlechten Moment" erwischt, so Zidane. "Da habe ich die Kontrolle verloren und es ist eben passiert."

Aus seiner Abneigung gegen den Italiener macht er keinen Hehl. "Wenn es Kaka (brasilianischer Nationalspieler, die Red.) gewesen wäre, ein normaler Typ, ein netter Typ, dann hätte ich mich natürlich entschuldigt. Aber bei diesem Typ...", sagte Zidane.

Wirklich geschadet hat ihm sein Platzverweis nicht. Er gilt nach wie vor als Legende. Heute schnürt der Vater von vier Söhnen nur noch selten die Fußballschuhe. Er arbeitet stattdessen als Berater für seinen früheren Verein Real Madrid.

hut/dpa/AFP

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