Hamburg - Anfangs trägt Pamela Anderson in ihrer Rolle als Unternehmenschefin noch einen strengen Anzug und eine geschäftstüchtig wirkende Brille. Die dominante Blondine beflügelt die Phantasie ihres männlichen Angestellten. In dessen sexuellen Tagträumen ist sie plötzlich mit einem goldfarbenen Bikini bekleidet, ihre brünette Assistentin auch, dann ergießt sich eine weiße Flüssigkeit über die beiden Frauen, die sich lasziven Verrenkungen hingeben.
So weit der Werbespot einer australischen Internetfirma.
Doch das Filmchen darf in Down Under nicht mehr ausgestrahlt werden. Er degradiere die Frau zum Objekt und überschreite die Grenzen des Schicklichen, so das australische "Advertising Standards Bureau" (ASB). Die Behörde sprach den TV-Bann aus, nachdem Dutzende Proteste gegen den Spot eingegangen waren. Das berichtet die "International Business Times".
Ein Sprecher des Internet-Unternehmens, Gavin Collins, wird zitiert, wonach "feministische Blogger" die Debatte um den Spot angezettelt hätten. Der sei vom Inhalt aber nicht sexistischer "als viele andere Videoclips auch".
"Es sollte eine freche, etwas überzogene Darstellung sein", sagte dagegen ASB-Chefin Fiona Jolly, "aber nach Ansicht des Bureau wurde eine Grenze überschritten."
Worüber sich niemand mehr freuen dürfte als das solcherart gerügte Unternehmen - nichts regt das Interesse des Konsumenten schließlich mehr an als das, was verboten ist.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es irrtümlich, Fiona Jolly sei die Firmenchefin des fraglichen Internetunternehmens, sie ist jedoch CEO des Advertising Standards Bureau. Wir bedauern den Fehler.
pad
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