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10.03.2010
 

Oscar-Verpatzerin Burkett

"Ich kann meine Klappe nicht halten"

Elinor Burkett: "Ich kann nicht gut die Klappe halten"
Fotos
AP

Seit ihrem Störmanöver bei der Oscar-Verleihung ist Elinor Burkett berühmt - sie kam auf die Bühne, schnappte sich das Mikro und unterbrach die Dankesrede eines Regisseurs. Sie selbst fühlt sich verunglimpft.

Los Angeles - Es war eine ungeplante und zugleich die unterhaltsamste Programmeinlage bei der diesjährigen Oscar-Verleihung: Während Roger Ross Williams als Co-Produzent und Regisseur die goldene Trophäe für "Music by Prudence" als besten Dokumentar-Kurzfilm entgegennahm, stürmte die rothaarige Autorin und TV-Produzentin Elinor Burkett energisch die Bühne des Kodak Theatre in Los Angeles, drängte ans Mikro und schnitt ihm das Wort ab ("Lass mal die Frauen reden").

Nun erklärte Burkett in einer Talkshow, sie habe Williams nicht, wie dieser behauptet hatte, hinterrücks auf der Bühne überfallen. "Überfallen klingt, als ob ich nur irgendeine Frau bin, die auf die Bühne gestürmt ist", sagte Burkett am Dienstag in der "Joy Behar Show" des Senders HLN.

Auch dass sie, wie von Williams behauptet, nichts mehr mit dem Film zu tun habe, wies sie zurück: "Ich glaube nicht, dass die Academy mir einen Oscar gegeben hätte, wenn ich nichts mit dem Film zu tun hätte."

Burkett war ursprünglich an dem Film beteiligt gewesen, stieg jedoch vor längerer Zeit aus dem Projekt aus. Ein Rechtsstreit zwischen ihr und dem Regisseur wurde beigelegt. Beide erhielten einen Oscar.

Burkett ist überzeugt: Williams ist derjenige, der sich nicht korrekt verhalten hat. Er habe sie regelrecht ausgebootet. "Er stellte sicher, dass ich nicht vor ihm auf die Bühne kam", sagte Burkett im Interview mit Joy Behar. Williams sei nach Bekanntgabe des Siegers regelrecht aufgesprungen und auf die Bühne gerannt.

"Vielleicht bin ich einfach eine mittelalte verrückte Person, aber normalerweise würde ich denken, er steht auf, wartet auf mich und dann gehen wir zusammen hoch. Aber er fängt an zu reden, während ich noch halb auf dem Weg bin", so Burkett.

Sie sei einfach nicht hinterhergekommen. Die Leute um sie herum hätten schon angefangen zu lachen, weil alle ihre Versuche scheiterten. Schließlich gelang es der 63-Jährigen doch, sie stürmte auf die Bühne und verdrängte Williams vom Mikrofon. Sie sprach so lange, bis Klaviermusik einsetzte und man sie von der Bühne komplimentierte.

Sie habe zwei Möglichkeiten gehabt, sagte sie nun: "Ich hätte ihn 45 Sekunden plappern lassen können, das war die Zeit, die wir hatten, oder ich konnte ihn unterbrechen, so dass ich auch noch zu Wort kam."

Auf die Frage, ob Willliams vielleicht zufrieden gewesen wäre, wenn sich Burkett einfach neben ihn gestellt und ihren Mund gehalten hätte, sagte die Regisseurin lachend: "Ich kann meine Klappe nicht halten."

siu

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