Stockholm - Prinzessin Madeleine und der frisch in die Familie eingeheiratete Prinz Daniel wurden von einer kleinen Partei nominiert, die für die Abschaffung von Steuern kämpft. "Die Parteimitglieder, die Prinzessin Madeleine nominiert haben, sagen, sie wäre eine tolle Außenministerin", sagte Parteichef Lennart Nyberg. Und bei Daniel, dem neuen Ehemann von Kronprinzessin Victoria, will die Partei offensichtlich beim Urnengang in gut zwei Wochen von seiner Beliebtheit profitieren.
Das Königshaus zeigte sich nicht erfreut: Weder Madeleine noch Daniel seien informiert oder gefragt worden, sie seien beide nicht politisch aktiv, betonte eine Palastsprecherin.
Doch die Kandidatur ist rechtens. Laut schwedischem Gesetz kann jede Partei nominieren, wen sie will - ohne denjenigen vorher zu fragen. "Dieses Gesetz basiert auf einer sehr demokratischen Idee, mit der inzwischen aber Schindluder getrieben wird", sagte die Sprecherin der schwedischen Wahlbehörde dem englischsprachigem Nachrichtenportal "The Local". Eine weitere Partei habe Kandidaten ohne deren Einverständnis nominiert.
Die Bewerber können sich nicht wieder von der Liste entfernen lassen. "Sie können nur über Äußerungen in den Medien deutlich machen, dass sie nicht als Kandidat zur Verfügung stehen", führte Nilsson laut "The Local" aus. Wenn jedoch trotzdem ausreichend Menschen ihre Stimme für sie abgeben, würden Madeleine oder Daniel Parlamentsmitglieder. "Dann könnte man den Sitz behalten, aber die Partei verlassen."
Gewählt wird am 19. September. Mitglieder der königlichen Familie dürfen dem Gesetz nach für das Parlament kandidieren, halten sich aber traditionell aus der Politik heraus.
siu/AFP
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