Abschied von Spock: Ich beam dann mal weg

"Faszinierend...": Mit diesem Spruch wurde Mr. Spock zum bekanntesten Außerirdischen der Welt. Die Brücke des Raumschiffs "Enterprise" hat Darsteller Leonard Nimoy längst verlassen. Nun gab er einen weiteren Abschied bekannt - und fand dafür natürlich die richtigen Worte.

Leonard Nimoy: Commander Spock Fotos
ddp images

Rosemont - So sehr ist diese Rolle ein Teil seines Lebens geworden, dass Leonard Nimoy gleich zwei Biografien mit ihr überschrieben hat. "Ich bin nicht Spock", hieß das erste Buch, das in den siebziger Jahren in den Handel kam. "Ich bin Spock", schrieb der Schauspieler dann 20 Jahre später. Wie man es nimmt - sein Name wird immer mit der Rolle des Mr. Spock verbunden bleiben, dem Halb-Vulkanier, der zur Führungscrew der Enterprise gehörte.

Die Weltraumsaga "Star Trek" hat weltweit Millionen Fans, die sich immer wieder auf sogenannten Conventions treffen. Dort tragen sie selbstgenähte Uniformen und fachsimpeln über die Feinheiten des Warp-Antriebs - so wie nun in einem Vorort von Chicago, wo die Anhänger den 45. Geburtstag der Serie feierten. Auch Leonard Nimoy war zu Gast, doch er hatte ein traurige Nachricht mitgebracht.

Dies sei sein letzter Auftritt bei einer derartigen Veranstaltung, sagte Nimoy. Eine Stunde lang erzählte er den Fans Geschichten aus seinem Leben und dankte ihnen für ihre Unterstützung. "Wir werden ihn vermissen", sagte Adam Malin, Chef der Firma, die die Versammlungen organisiert.

Im Jahr 1966 war Nimoy zum ersten Mal als Halb-Vulkanier im Fernsehen zu sehen. Über die Jahre erreichte seine Figur Spock eine solche Prominenz, dass ihn selbst die "Süddeutsche Zeitung" mit einem Porträt auf der Meinungsseite ehrte, als vor zwei Jahren der letzte Film anlief. Der heutige Chefredakteur Kurt Kister würdigte Spocks Verdienste an dem "2292 erfolgten Friedensschluss zwischen der terranisch dominierten Föderation und den Klingonen".

Für Fans vielleicht ein bisschen tröstlich: Mr. Spock argumentierte an Bord der "Enterprise" immer streng logisch - und tat sich oft schwer mit den impulsiven Entscheidungen seiner menschlichen Kumpels Captain Kirk und Dr. "Pille" McCoy. Zur Logik gehört aber auch: Alles hat ein Ende, auch die Karriere von Nimoy als Spock.

Zum Abschied spreizte der 80-jährige Nimoy seine Finger zum vulkanischen Gruß, der eines der Markenzeichen Spocks ist. Er verabschiedete sich, wie so oft schon in den Filmen, mit den Worten: "Lebt lang und in Frieden."

hut/otr/dapd

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Abschiedsgruß?
avollmer 04.10.2011
Sollte er als Abschiedsgruß wirklich nicht "Live long and prosper!" gewünscht haben, sondern irgendetwas mit Frieden?
2. Natürlich
halbfrosch 04.10.2011
Zitat von avollmerSollte er als Abschiedsgruß wirklich nicht "Live long and prosper!" gewünscht haben, sondern irgendetwas mit Frieden?
Natürlich hat er "Live long and prosper" gesagt, aber das wurde (und wird) in den deutschen Vertonungen meist mit "... und in Frieden" übersetzt.
3. Schade
mulhollanddriver 04.10.2011
Ich war seit Mitte der 80er ein großer ST-Fan. TNG und DS9 fand ich dann auch sehr gelungen. Mit ENT hatte ich schon ziemliche Probleme. Der letzte Kinofilm war meiner Meinung nach überhaupt nicht passend. Man hätte ihn sich sparen können, zumindest dieses Zurückgehen an den Anfang. Gerade im Bereich SF ist in der Zukunft immer mehr zu holen als in der Vergangenheit - wenn man die entsprechenden Ideen hat. Die sind offenbar ausgegangen. Vielleicht sollte sich nicht nur Nimoy zurückziehen, sondern auch die Leute, die an einem weiteren Film arbeiten. Man sollte Star Trek "ruhen" lassen.
4. Alte Trekkie-Dinosaurier
ItchyDE 04.10.2011
Zitat von mulhollanddriverVielleicht sollte sich nicht nur Nimoy zurückziehen, sondern auch die Leute, die an einem weiteren Film arbeiten. Man sollte Star Trek "ruhen" lassen.
Deine Meinung in Ehren, aber der letzte Star Trek Film wurde eben NICHT für die alten Trekkies (wie mich) gemacht. Wenn ich mich mit jüngeren Bekannten unterhalte, die sind alle begeistert von dem Film und können mit den alten Serien nichts anfangen. Ich weiß noch, wie schwer ich mich damals mit dem Übergang von TOS zu TNG tat. TND -> DS9 war ja eher ein weicher Übergang, Voyager war dann schon härter aber mit Enterprise konnte ich auch nichts mehr anfangen. Allerdings, hier gilt dasselbe wie für den Film, die Jüngeren fanden Enterprise schon toll. Ich behaupte mal, dass ein neuer Film, der von den alten Trekkies gefeiert würde, finanziell ein kompletter Flop wird, weil ein Großteil der Kinobesucher (nämlich alle unter 30) den Film scheiße fände.
5. ...to boldly go where everyone has gone before.
mulhollanddriver 04.10.2011
Zitat von ItchyDEDeine Meinung in Ehren, aber der letzte Star Trek Film wurde eben NICHT für die alten Trekkies (wie mich) gemacht. Wenn ich mich mit jüngeren Bekannten unterhalte, die sind alle begeistert von dem Film und können mit den alten Serien nichts anfangen.
Das spricht eher für dich als für deine jüngeren Bekannten, würde ich sagen. :-) ---Zitat--- Ich weiß noch, wie schwer ich mich damals mit dem Übergang von TOS zu TNG tat. TND -> DS9 war ja eher ein weicher Übergang, Voyager war dann schon härter aber mit Enterprise konnte ich auch nichts mehr anfangen. Allerdings, hier gilt dasselbe wie für den Film, die Jüngeren fanden Enterprise schon toll. ---Zitatende--- Dann soll man die Handlungen der neuen Serien und Filme zeitlich NACH TOS, TNG, DS9 und VOY ansiedeln, nicht davor. Das macht keinen Sinn, höchstens den, daß man von der Beliebtheit der alten Serien und Filme profitieren möchte. Wenn die jungen Leute allerdings die alten Sachen blöd finden und die alten - ähm - erfahreren Leute wie wir :-) die neuen Dinge nicht mögen, macht es keinen Sinn, wie bisher fortzufahren. Nochmal: In der Science Fiction ist Richtung Zukunft immer mehr Platz für neue Ideen und Handlungen als in Richtung Vergangenheit. Ich bleibe bei meiner Einschätzung, daß ein Herumstochern in der Vergangenheit ideenlos ist. Hinzu kommt, daß im ohnehin komplexen ST-Universum auch die letzten Dinge, die zusammenpassen, unstimmig gemacht werden.
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