Adele über Depressionen nach der Geburt "Mamas, sprecht darüber"

Die Sängerin war einst selbst betroffen. Nun leidet auch ihre beste Freundin an Wochenbettdepressionen. Via Twitter fordert Adele einen offenen Umgang mit der Krankheit.

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Gute Freundinnen unterstützen einander - ganz besonders in schwierigen Zeiten. Das gilt auch für Weltstars, wie die britische Popsängerin Adele in einem Tweet zeigte. Ihre beste Freundin Laura Dockrill leide seit der Geburt ihres Sohnes im Februar unter sogenannten Wochenbettdepressionen, twitterte die Sängerin.

Die Zeit nach der Geburt sei für Dockrill "die größte Herausforderung ihres Lebens in mehr als einer Hinsicht" gewesen, schrieb Adele und verwies auf einen Blogeintrag, in dem die Freundin über ihre Gefühle schreibt.

Die Sängerin wendet sich in ihrem Tweet auch an Betroffene: "Mamas, sprecht darüber wie ihr euch fühlt, denn in einigen Fällen könnte es euer Leben oder das einer anderen Person retten."

Adele ist die Patentante des Kindes von Dockrill. Der Sängerin liegt das Thema vermutlich aber auch wegen ihrer eigenen Vergangenheit am Herzen. In einem Interview mit der "Vanity Fair" im Jahr 2016 verriet die 30-Jährige: Sie habe nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2012 ebenfalls an schweren Wochenbettdepressionen gelitten. Sie sei besessen gewesen von ihrem Baby - und habe sich zugleich unzulänglich gefühlt. "Ich dachte, ich hätte die schlechteste Entscheidung meines Lebens getroffen."

Postnatale Depressionen sind keine Seltenheit: Nach der Geburt leiden etwa 10 bis 15 Prozent der Mütter darunter, erklärte Silvia Oddo-Sommerfeld, Leitende Psychologin in der Abteilung für Geburtshilfe der Uniklinik Frankfurt, im Jahr 2015. Und längst nicht immer wird die Krankheit diagnostiziert. Die Ausprägungen sind demnach vielschichtig und reichen von Müdigkeit, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit über Schuldgefühle, Schlafstörungen, Ängste und zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber bis hin zu Suizidgedanken.

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Adele: "Die größte Herausforderung ihres Lebens"

Die Krankheit lasse sich zwar gut behandeln - aber nur, wenn man schnell Hilfe suche. Deshalb warnte Oddo-Sommerfeld: "Wenn man die Depression nicht rechtzeitig behandelt, hat das massive Auswirkungen auf das Kind, die ganze Familie und die Partnerschaft."

Auch Adele konnte einen Ausweg finden: Sie habe Zeit allein verbringen müssen, um die Krise zu überwinden, sagte sie in dem Interview vor zwei Jahren.

kmy/dpa

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