Festnahmen nach Instagram-Foto von Rihanna: Äffchentheater
Es war ein putziges Tierchen, mit dem Popstar Rihanna auf der Insel Phuket für ein Foto posierte: Plumploris sind enorm kuschelig und besitzen drollige Telleraugen. Leider stehen sie auch unter Artenschutz. Folge: Die Polizei nahm zwei Männer fest, die Rihanna das Tier beschafft haben sollen. Ihnen droht eine Haftstrafe.
Bangkok - Regelmäßige Beobachter des Instagram-Accounts von Rihanna wissen: Unter dem Benutzernamen "badgalriri" postet die 25-jährige Sängerin hier gewöhnlich das, was der Durchschnittsdeutsche als "jeden Mist" bezeichnet. 1766 Bilder hat der Popstar der Öffentlichkeit bereits geschenkt, die meisten davon sogenannte Selfies - Selbstporträts mit keck geschürzten Lippen -, Aufnahmen vom Abendessen oder ähnlich folgenloses Material.
Vermutlich ungewollt entstand nun während eines Tournee-Aufenthalts in Südostasien ein Bild, das zumindest für zwei Menschen ganz ernsthafte Konsequenzen hat. Zu sehen ist Rihanna auf der Ferieninsel Phuket beim Knuddeln mit einem Äffchen, konkret: mit einem Plumplori, bekannt für seine riesigen Äuglein und für dieses sehr lustige Internetvideo.
Das Problem: Die in Südostasien heimischen Plumploris sind vom Aussterben bedroht und stehen unter strengem Artenschutz. Dass eine Popsängerin aus Barbados sich mit einem dieser Tiere fotografieren lässt (Schlagzeile dazu: "Look who was talkin dirty to me!"), fanden die thailändischen Behörden überhaupt nicht witzig. Die Polizei nahm in der Folge zwei Männer fest, die Rihanna das Äffchen zugeführt haben sollen.
Haftstrafe bis zu vier Jahren droht
"Die Behörden in Phuket wurden auf das Bild aufmerksam", sagte ein ranghoher Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AP. "Gestern Abend nahm die Polizei zwei Personen fest, die den Plumplori als Fotomotiv für Touristen vermittelt hatten." Zwei der Affen seien dabei beschlagnahmt worden. Den 16- und 20-jährigen Festgenommenen droht nun wegen Besitzes geschützter Tierarten eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren.
Dem Polizeisprecher zufolge versuchen die Behörden bereits seit Jahren, dem Problem des Handels mit geschützten Tieren beizukommen. Vor allem in populären Touristenregionen würden die Leute Geld zahlen für Fotos mit Orang-Utans, Elefanten oder anderen Tieren.
Auch Rihanna konnte da offenbar nicht abseits stehen: Andere Instagram-Bilder auf ihrem Account zeigen die Sängerin am Freitagabend mit einer ganzen Elefantenherde in Thailand. Angefügt hatte sie den Vermerk: "Alle begrüßen die Kaiserin, als sie vorbeischreitet."
Rihanna war im Rahmen ihrer "Diamonds World Tour" am Sonntag in Singapur aufgetreten; danach verließ sie den Kontinent in Richtung Australien. Eine Stellungnahme zur Festnahme der beiden Äffchendealer gibt es von ihr bislang noch nicht - nur einige weitere Bilder sind auf ihrem Instagram-Account hinzugekommen: Rihanna im Bikini, Rihanna in Flecktarn, Rihanna beim Posen mit Polizeimotorrad. Alles normal also.
rls/AP
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